Varel/Oldenburg/Berlin - Beachvolleyballerin Lea Sophie Kunst greift nach ihrer Fußverletzung im vergangenen Jahr nun wieder an. Die gebürtige Varelerin hatte sich zu Beginn des ersten Lockdowns – wie berichtet – beim Training im heimischen Garten das Sprunggelenk gebrochen. „Es ist alles wieder verheilt. Ich habe zwar noch eine Metallplatte im Fuß, die mich aber nicht behindert. Sie soll voraussichtlich Ende des Jahres raus“, sagt Kunst.
Die Schule
Bevor die 19-Jährige, die vor zwei Jahren an den Olympia-Stützpunkt nach Berlin wechselte, sich wieder ganz dem Beachvolleyball widmet, steht die Schule an erster Stelle. In wenigen Wochen will Lea Kunst ihr Abitur im Sportinternat Berlin machen. „Das ist mein erstes Ziel“, sagt die ehemalige Spielerin des Vareler TB und Oldenburger TB.
Das Training
Neben dem Büffeln für die kommenden Abi-Prüfungen kommt das Training nicht zu kurz. In der Vorbereitungsphase auf die neue Beachvolleyballsaison ist zehnmal pro Woche Schuften in der Halle angesetzt – zweimal Athletik-, dreimal Kraft- und fünfmal Balltraining. „Als Mitglieder im Nachwuchsbundeskader haben wir gegenüber vielen anderen Spielerinnen und Spielern das Privileg, dass wir auch in der Corona-Zeit in kleinen Gruppen normal trainieren können. Darüber sind alle sehr froh“, betont Kunst.
Selbstverständlich würden alle Spielerinnen sämtliche Corona-Auflagen beachten. Sie habe Kontakt zu vielen Sportlern, die nicht in die Halle dürften und bei zwei Grad Celsius im Stadtpark Friedrichshain trainieren müssten.
Das Erfolgsjahr
Sportlich möchte Kunst gern an die bemerkenswerten Turniere im Jahr 2018 anknüpfen, als sie mit verschiedenen Partnerinnen innerhalb weniger Wochen einen Erfolg nach dem anderen feierte. Im chinesischen Nanjing belegte sie Mitte Juli mit ihrer Partnerin Anna-Lena Grüne (Hildesheim) bei der U-19-WM den neunten Platz. Zweieinhalb Wochen später holte sich das Duo in Magdeburg den deutschen Meistertitel in der Altersklasse U 18. Mit acht Siegen in Folge schmetterte man sich unangefochten zum Titel. Einzig im Halbfinale hatte es einen Satzverlust gegeben.
Zehn Tage später bei den U-19-Meisterschaften in Kiel holte sich Kunst – diesmal mit Partnerin Svenja Müller (Düsseldorf) – ebenfalls mit nur einem einzigen verlorenen Satz den Titel. Bei der anschließenden U-18-Europameisterschaft im tschechischen Brno gab das an Nummer fünf gesetzte deutsche Duo Kunst/Müller auf dem Weg zum EM-Titel auch nur einen einzigen Satz ab.
Die Partnerin
Ursprünglich wollte Kunst auch im vergangenen Jahr mit Müller ein Team bilden – bis die Fußverletzung diesen Planungen einen dicken Strich durch die Rechnung machte. Müller, die inzwischen von Berlin zum Olympiastützpunkt nach Hamburg gewechselt ist, fand in Karla Borger eine neue Partnerin. Borger ist nicht irgendwer im Beachvolleyball, sondern WM-Zweite von 2013 und Olympia-Neunte von 2016.
Kunst ist indes noch auf der Suche nach einer neuen Partnerin. „Ich habe demnächst ein Gespräch mit meinem Trainer Manuel Rieke. Gemeinsam werden wir beraten, wer am besten zu mir passen würde“, erklärt die 19-Jährige. Rieke ist ehemaliger deutscher Nationalspieler, deutscher Meister und neuer Stützpunkttrainer in Berlin.
Die Perspektive
„Ich suche auf jeden Fall eine Partnerin mit Perspektive, vielleicht auch auf die Olympischen Spiele hin“, sagt Kunst, die nach dem Abitur zumindest bis zum Sommer in Berlin bleiben möchte. Bevor das Fernziel Olympia aber ins Visier genommen wird, will sich Kunst in diesem Jahr zunächst auf der Techniker Beach Tour des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) etablieren. International ist die Teilnahme an der U-22-Europameisterschaft geplant.
