Varel - Man sei „erstaunt“ über die Warnstreiks, zu denen die IG Metall am Freitag an den Standorten von Airbus und Premium Aerotec aufgerufen hat, heißt es von Airbus. Die Kritik von Betriebsrat und Gewerkschaft, man habe auf Forderungen nicht reagiert, stimme nicht, ließ der Konzern in einer Pressemitteilung verlauten. Man habe sehr wohl reagiert und sogar Gegenangebote gemacht.
„Wir verstehen, dass die derzeitige Situation Unsicherheiten hervorruft und respektieren das Recht unserer Beschäftigten, ihren Sorgen in Form eines Warnstreiks Ausdruck zu verleihen“, schreibt Airbus in dem Statement. Man habe in den Verhandlungen aber konkrete Zugeständnisse an die Sozialpartner gemacht, was die Neuorganisation und Absicherung der Beschäftigten und Standorte angeht.
Investor bevorzugt
Man habe zugesichert, alle Standorte der Airbus Operations und der ASA bis 2025 abzusichern, keinen Beschäftigten der ASA betriebsbedingt zu kündigen, dass die Sektionsmontage Kerngeschäft des Konzerns bleibe, dass bestehende Tarifbindungen bestehen bleiben und dass es „Mitbestimmungsstrukturen“ in der neuen Organisation geben werde. Darüber hinaus könne man noch keine Vereinbarungen über Flugzeugprogramme der nächsten Generationen treffen, weil es diese Programme noch nicht gibt. Für das Einzelteilgeschäft habe Airbus zugesichert, dass ein zentrales Auswahlkriterium für einen Investor ein tragfähiges Konzept sei. Zudem würde Airbus sich übergangsweise mit 25 Prozent am Einzelteilegeschäft beteiligen.
„Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass wir durch den Verkauf an einen starken Partner die Einzelteilaktivitäten zukunftssicher machen und damit Beschäftigung sichern können“, heißt es von Airbus weiter. Der Konzern wolle sein industrielles System „für die Zukunft stark machen“ und setze auf eine Lösung am Verhandlungstisch.
Angebot überzeugt nicht
Bei der Kundgebung vor dem Vareler Werkstor am Freitag zeigten sich Vertreter der IG Metall und des Betriebsrats von den Vorschlägen aus dem Konzern aber nicht überzeugt: „Das Management geht nicht auf unsere Konzepte ein“, sagte Martina Bruse, Geschäftsführerin der IG Metall Oldenburg/Wilhelmshaven. „Sie konnten bis heute nicht glaubhaft darlegen, dass sie sich mit unseren Vorschlägen ernsthaft befasst haben. Das ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten.“ Der Konzern zeige kein Interesse daran, die Zukunft des Standorts Varel bei Airbus zu sehen.
Der PAG-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Thomas Busch und der Vareler Betriebsratsvorsitzende Jürgen Bruns schlugen in die gleiche Kerbe: „Wir haben klare Forderungen gestellt zu PAG, Airbus Operations und die ASA und wollen ein verhandlungsfähiges Angebot“, so Busch. „Wir wollen in einem Verhandlungspaket die Zukunft aller Standorte gleichzeitig verhandeln. Dem weicht das Management bisher aus.“ Bruns erklärte: „Uns wurde bisher nur vorgelegt, dass die ASA gegründet wird und über die Zukunft des Werks in Varel später verhandelt werden soll. Das ist für uns ein rotes Tuch.“
