Varel - Die Forderungen für den Sozialtarifplan für die Beschäftigten von Premium Aerotec (PAG) wurden am Dienstagnachmittag symbolisch von der IG Metall an den Arbeitgeber überreicht. Vor dem Werkstor des PAG-Werks in Varel nahm Personalleiter Stefan Flenker die Forderungen entgegen und versprach, sie weiterzugeben.
Die Verhandlungen über den Sozialtarifplan beginnen an diesem Mittwoch, 1. September, in Hamburg. Ein zweiter Verhandlungstag ist für den 7. September angesetzt. Martina Bruse, Geschäftsführerin der IG Metall Wilhelmshaven machte aber auch klar: Wenn es bei den Verhandlungen nicht weitergeht, werden die Beschäftigten mit Warnstreiks Druck auf ihren Arbeitgeber ausüben.
Der Sozialtarifplan soll für die Beschäftigten gewissermaßen einen Reserveschirm bilden, falls es im Zuge der Umstrukturierungsmaßnahmen beim Mutterkonzern Airbus und der PAG zu Stellenstreichungen kommt. Die Gewerkschaft fordert eine Abfindung, Qualifizierungsmaßnahmen für Mitarbeiter und eine Härtefallregelung. Der Tarifplan soll für die nächsten zwölf Jahre gelten.
Varel außen vor
Ziel sei aber immer noch, zu verhindern, dass überhaupt Arbeitsplätze verloren gehen. Airbus will ein neues Tochterunternehmen – die ASA – gründen, das sich vor allem mit der Flugzeugstrukturmontage befasst. Der Standort Varel soll aber nicht in diese neue Gesellschaft übernommen werden. Der Airbus-Konzern favorisiert den Verkauf des Werks an einen Investor. Die Beschäftigten fürchten dadurch einen Stellenabbau.
Vorschläge gemacht
Gewerkschaft und Betriebsrat setzen sich daher für eine Zukunft des Vareler Werkes in der ASA ein. „Das ist eine Voraussetzung, um in Gespräche zu kommen“, sagte Betriebsrat Jürgen Bruns. Es sei wichtig, für die Beschäftigten in Varel eine Zukunftsperspektive zu schaffen. „Wer hier seine Ausbildung macht, soll auch die Perspektive haben, hier bis zur Rente zu arbeiten.“ Deshalb sei im Aeropark ja auch das Ausbildungszentrum gebaut worden: um den Standort in Varel langfristig zu erhalten. Vorschläge für bessere Lösungen habe man der Arbeitgeberseite übermittelt, darauf sei bislang aber immer noch nicht reagiert worden.
IG-Metall-Vertrauenskörperleiter Marcus Baitis betonte, dass die Belegschaft auch durchaus bereit sei, Veränderungen mitzutragen. Das habe man in den eigenen Vorschlägen an den Arbeitgeber auch deutlich gemacht.
Das PAG-Werk Varel unter das Dach der ASA zu bekommen, dürfte aber noch nicht genügen, denn dann müsse auch verhandelt werden, wo welche Arbeitspakete landen. Die dürften in Zukunft neu verteilt werden. Die IG Metall geht davon aus, dass bis 2030 neue Flugzeugtypen mit alternativen Antrieben auf den Markt kommen. Spätestens dann werde es auch wieder um die Frage gehen, wer was bauen soll.
