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Rückschlag Für Vareler Handballer In Vorbereitung Hiobsbotschaft trübt Vorfreude auf neue Saison

Varel - Darauf haben auch die Spieler und Verantwortlichen von Frieslands klassenhöchstem Handball-Team lange gewartet: Das Präsidium des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN) hat den Start der neuen Saison für Mannschaften auf Verbandsebene auf Anfang Oktober terminiert. Vorausgesetzt, die behördlichen Auflagen in noch immer unsicheren Corona-Zeiten lassen dies in zweieinhalb Monaten auch zu. Aktuell hat der Oberligist SG VTB/Altjührden nun zumindest endlich ein echtes Ziel, auf das man intensiv hintrainieren kann – den Auftakt am 3./4. Oktober.

Große Unsicherheit bleibt

„Das ist sehr wichtig, so dass wir jetzt vernünftig planen können“, zeigt sich Coach Andreas Szwalkiewicz, der die Vareler gemeinsam mit Dennis Graeve trainiert, auf der einen Seite erleichtert: „Es ist allerdings zu bedenken, dass immer noch eine große Unsicherheit besteht, wenn sich der Virus zum Beispiel erneut ausbreiten sollte.“

HVN-Beschluss

Die Mitglieder des Präsidiums des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN) haben sich für einen Start des Spielbetriebes der Mannschaften auf Verbandsebene ab Anfang Oktober ausgesprochen. Möglich geworden ist dies auch durch den von der Niedersächsischen Landesregierung am Freitagnachmittag veröffentlichten Erlass zur Neuordnung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus. Danach ist laut Paragraph 26 Kontaktsport in Niedersachsen unter bestimmten Voraussetzungen ab Montag, 13. Juli, auch in allgemeinen Gruppen von bis zu 30 Personen möglich – nicht nur in festen Gruppen.

Das HVN-Präsidium hat beschlossen, dass die Oberligen und die Verbandsligen der Männer (je eine Staffel mit 14, eine mit 15 Mannschaften) sowie die Oberliga der Frauen (zwei Staffeln mit jeweils zehn Mannschaften und eine mit elf Teams) am 3./4. Oktober in die neue Saison starten.

Spielbeginn der Männer-Landesliga (sieben Staffeln mit jeweils elf Mannschaften) und Frauen-Landesliga (vier Staffeln mit jeweils elf, zwei Staffeln mit je zehn Mannschaften) soll am 24./25. Oktober sein. An diesem Wochenende sollen außerdem die Landesklassen beginnen. „Die endgültigen Rahmenterminplan werden wir kurzfristig veröffentlichen“, kündigte Jens Schoof, HVN-Vizepräsident Spieltechnik, an.

Bis Ende dieser Woche wolle der Spielausschuss die Staffeleinteilungen vornehmen. Die Planungen für die Aufnahme des Jugendspielbetriebes der Verbandsspielklassen seien derzeit noch in Vorbereitung.

Fakt ist: Seit dem 1. Juli sind die Vareler schon wieder aktiv. Trainiert wird zweimal pro Woche gemeinsam in der Sporthalle oder im Freien. „Zudem haben die Jungs zweimal Hausaufgaben bekommen, deren Erfüllung sie mittels Lauf-App, Foto oder ähnlichem nachweisen mussten“, erklärt Szwalkiewicz. Der genaue Ablauf der weiteren Saisonvorbereitung werde nun dem genannten Starttermin Anfang Oktober angepasst.

Bis zum vergangenen Wochenende konnten von den SG-Verantwortlichen Trainingslager und Testspiele nur grob geplant, aber wegen vieler offener Fragen zur neuen Saison nicht konkretisiert werden. „Das geht jetzt los“, erklärt Szwalkiewicz: „So bringt ein Trainingslager Anfang August weniger, wenn die Saison erst Anfang Oktober startet.“

Hoffen auf möglichst viele Zuschauer

Zugleich hoffen die Vareler natürlich bezüglich der Corona-Auflagen auf die Zulassung von möglichst vielen Zuschauern in der Manfred-Schmidt-Sporthalle. „Neben finanziellen Aspekten ist das auch sportlich immens wichtig in Varel, wo es ja eine super Fanbase gibt“, betont Szwalkiewicz: „Wie oft wurde die Mannschaft bei Heimspielen schon durch die Zuschauer gepusht und getragen. Und ganz ehrlich: Für solch eine Atmosphäre wie in Altjührden, spielt und trainiert man doch.“

Die momentanen Trainingsschwerpunkte lauten Ausdauer, Athletik und Kraft. Bis auf Kreisläufer Michael Schröder, der sich mit Geschäftsführer Piet Lighthart noch immer nicht auf die Modalitäten der vonseiten der SG angestrebten Vertragsauflösung geeinigt hat, sind alle SG-Spieler in die Vorbereitung auf die neue Spielzeit 2020/2021 eingestiegen.


Bittere Diagnose

Allerdings gibt es bereits eine echte Hiobsbotschaft zu verdauen. So hat sich Lasse Thünemann, der schon in der kompletten abgelaufenen Saison wegen eines Kreuzbandrisses zum Zuschauen verdammt war, erneut schwer am Knie verletzt. Bittere Diagnose beim 22-Jährigen: Erneuter Kreuzbandriss. „Das ist ein herber Rückschlag, schlimmer hätte es nicht kommen können – zumal wir mit Lasse sehr sehr viel vorhatten und er vor allem auch in der Abwehr sehr wichtig gewesen wäre“, bedauert Szwalkiewicz. Er ergänzt: „Sportlich ist das eine – aber auch persönlich tut es mir für einen solch jungen Spieler sehr, sehr leid.“

Unterdessen gibt es in Sachen angestrebte Verstärkung im Rückraum, zu dem die Fühler schon vor Monaten ausgestreckt wurden, noch nichts Neues zu vermelden. „Auch aus quantitativer Sicht wäre es natürlich wichtig, noch einen klassischen Rückraum-Mitte-Spieler zu bekommen, aber auch ohne haben wir einen guten Kader zusammen“, sagt Szwalkiewicz.

Henning Busch
Henning Busch Redaktion Friesland (Lokalsport)
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