Varel - Darauf mussten „Frieslands Sportler des Jahres 2019“ lange warten, aber die Corona-Krise hat auch den gewohnten Verlauf der Gemeinschaftsaktion von NWZ und Kreissportbund Friesland gehörig durcheinander gewirbelt. Am Montagabend war es mit knapp viermonatiger Verspätung nun soweit. Vor maritimer Kulisse an der Wilhelm-Kammann-Schleuse in Varel wurde die Pokalübergabe an die von 4435 NWZ-Lesern gewählten Gewinner nachgeholt.
Die Ehrung war ursprünglich im Rahmen einer Sportgala für den 25. März im Schortenser Bürgerhaus vorgesehen gewesen. Doch dann machte die Covid-19-Pandemie allen Beteiligten einen dicken Strich durch die Rechnung. Die Veranstaltung musste kurzfristig abgesagt werden.
Eindrucksvolle Leistungen
Umso mehr freuten sich die Sieger der 26. Auflage der Sportlerwahl am Montag über die Entgegennahme der begehrten Trophäen und Urkunden aus den Händen von NWZ-Chefredakteur Ulrich Schönborn und Redaktionsleiter Olaf Ulbrich. Dabei lobte Schönborn nicht nur die „eindrucksvollen Leistungen“ der Sportler, sondern auch das Engagement der Vereine mit ihren Trainern und Betreuern.
Als Erste bekam „Frieslands Sportlerin des Jahres 2019“ Ulrike Held einen Wanderpokal überreicht. Die Leichtathletin des Vareler TB hatte sich in der Wählergunst – wie berichtet – ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen mit Handball-Jugendnationalspielerin Johanne Hobbensiefken (JHSG Varel) um den Titelgewinn geliefert. Am Ende gaben 22 von insgesamt 13 305 gültigen Stimmen den Ausschlag zugunsten von Held, die 1778 Stimmen für sich verbuchen konnte.
Die Varelerin hatte sich 2019 unter anderem beim kräftezehrenden Rennsteiglauf im Thüringer Wald über 73,9 Kilometer den Sieg in der Altersklasse W 60 gesichert. Fleißig trainiert hatte Held dafür übrigens auch an der Vareler Schleuse, wo nun die Siegerehrung stattfand. Dabei diente das unzählige Male wiederholte Überqueren des Deiches als Vorbereitung auf die in Thüringen zu meisternden 3200 Höhenmeter.
2000-Stimmen-Marke geknackt
Den Wanderpokal für den „Sportler des Jahres 2019“ nahm am Montag Renke Möller freudestrahlend entgegen. Der 16-jährige Schwimmer des TuS Büppel hatte vergangenes Jahr unter anderem neun Kreismeistertitel und zweimal Bronze bei Bezirksmeisterschaften gewonnen. Bei der Sportlerwahl knackte er dank 2067 Stimmen als einziger Einzelkandidat die magische 2000-Stimmen-Marke.
Für doppelten Grund zur Freude in der Sportfamilie Möller sorgte Renkes Schwester Rieke. Die 18-Jährige, die mit dem Down-Syndrom zur Welt gekommen ist, ist seit Jahren begeisterte Schwimmerin und Tänzerin. Sie wurde nun in der erstmals ausgelobten Sportlerwahl-Sonderkategorie „Sportler mit Handicap“ geehrt. „Auch hier werden tolle Leistungen erbracht, die man gar nicht genug würdigen kann“, betonte der KSB-Vorsitzende Kai Langer.
Zum Titelgewinn gestürmt
„Frieslands Mannschaft des Jahres 2019“ wurde am Montagabend von den beiden Kapitänen Serdal Undav und Kevin Weidner vertreten. Das Fußballteam des FC Zetel, das 2019 mit dem zweiten Meistertitel in Folge den Durchmarsch in die Kreisliga Jade-Weser-Hunte perfekt gemacht hatte, war bei der Sportlerwahl mit rekordverdächtigen 2240 Stimmen geradezu zum Titelgewinn gestürmt.
Nun hoffen alle Geehrten, dass trotz unsicherer Corona-Zeiten immer mehr die Normalität ins Sporttreiben zurückkehrt. Und auch wenn die Schwimmer und Leichtathleten noch länger auf den ersten Wettkampf warten müssen, wird weiter fleißig trainiert.
