Varel - Stehen Klimaschutz und Milchwirtschaft im Einklang oder im Widerspruch zueinander? Dieser Frage widmeten sich am Dienstag Vertreter der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen, des Landvolks sowie der Landesvereinigung der Milchwirtschaft bei einem Treffen auf dem Hof von Frieslands Kreislandwirt Hartmut Seetzen in Varel.
Klimaweltmeister in Niedersachsen
Generell sieht sich die Milchviehwirtschaft bereits gut aufgestellt. „In Niedersachsen sind wir, was die Milch angeht, ganz klar Klimaweltmeister“, sagte Dr. Holger Hennies, Präsident des Landvolks Niedersachsen. Möglich würden dies unter anderem vorteilhafte klimatische Bedingungen machen. Weltweit sei der CO
Dennoch warb Hennies dafür, weiterhin klimaschädliche Emissionen zu reduzieren. „Wenn wir jetzt nicht handeln, dann macht das irgendwann die Politik – mit zwanghaften Auflagen für uns“, sagte er. Hennies sieht dabei großes Potenzial. „In den nächsten 10 bis 15 Jahren könnten 20 bis 30 Prozent Treibhausgase bei der Milchproduktion eingespart werden.“ Dies könne beispielhaft durch die Lagerung und Verwertung von Gülle – etwa in Biogasanlagen – geschehen. Auch müsse die Milchleistung pro Kuh erhöht werden.
Warnung davor, Zahl der Milchkühe zu reduzieren
Der Vizepräsident der Landwirtschaftskammer, Hermann Hermeling, warnte jedoch davor, die Zahl der Milchkühe drastisch zu senken. „Würden Rinderbestände hierzulande reduziert, hätte das mit echtem Klimaschutz ziemlich wenig zu tun.“ Denn dann müssen laut Hermeling einige Produkte aus dem Ausland importiert werden – was eher zu einer Steigerung der globalen Treibhausemissionen führen würde.
