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Vereine in der Corona-Krise Schwere Zeiten für Züchter

Joachim Hoffmann (links) und sein Sohn Thomas mit ihren Kaninchen.

Joachim Hoffmann (links) und sein Sohn Thomas mit ihren Kaninchen.

Varel - Sie züchten schöne Tiere, können aber ihre Kaninchen seit Langem nicht mehr ausstellen: Die Corona-Pandemie hat auch die Kaninchenzucht getroffen und war für manche Züchter der Anlass, ihr Hobby aufzugeben.

Der Rassenkaninchenzuchtverein (RKZV) I 19 Varel macht schwierige Zeiten durch. In unserer Serie „Vereine in der Corona-Krise“ berichten Züchter, was die Corona-Krise für ihren Verein bedeutet.

„Leider haben viele die Segel gestrichen“, sagt Joachim Hoffmann, Vorsitzender des RKZV. Die Corona-Pandemie sei für einige Kaninchenzüchter der Grund gewesen aufzuhören. „Manchmal möchte man sich in höherem Alter auch nicht eingestehen, dass man vielleicht nicht mehr zu sowas in der Lage ist“, sagt er. Schließlich sei der Aufwand, den ein Kaninchenzüchter betreibt, immens.

„Du hast ja nicht nur ein oder zwei Kaninchen“, sagt der 60-Jährige. Neben der zeitintensiven Pflege der Tiere und Ställe hänge auch ein großer finanzieller Aufwand an der Zucht.

Sein Sohn Thomas Hoffmann geht davon aus, dass die Zahl der Kaninchenzüchter in den nächsten fünf bis zehn Jahren um knapp 30 Prozent zurückgehen wird.


Die vielen coronabedingten Absagen der Kaninchenschauen tragen ihren Teil dazu bei, es fehlen damit Möglichkeiten, sich zu treffen, die Tiere zu präsentieren und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Aussterbendes Hobby

Zwar würden die Mitgliedszahlen nicht drastisch sinken, dennoch zögen sich viele aus der Kaninchenzucht zurück. „Das merkt man vor allem an den sinkenden Tierzahlen“, sagt der 1. Vorsitzende, „die sind gewaltig runtergegangen“. Mittlerweile würden manche seiner Mitstreiter nur noch in „sehr kleinem Rahmen“ züchten. „Ich kenne welche, die haben sich von 200 auf 30 Kaninchen verkleinert“, sagt Joachim Hoffmann. Thomas Hoffmann, ebenfalls Kaninchenzüchter, formuliert es drastisch: „Es ist definitiv ein aussterbendes Hobby“, sagt er, „es ist nicht für jeden gemacht, es ist ein 365-Tage-Hobby“.

Außerdem hätten Kaninchenzüchter mit der „geringen Akzeptanz“ in der Bevölkerung zu kämpfen. „In Neubausiedlungen ist das kaum geduldet“, sagt Joachim Hoffmann.

Gemeinschaft fällt weg

„Viele neue Züchter werden wir nicht dazubekommen, weil man in den Neubaugebieten ja direkt Ärger mit den Nachbarn bekommt“, pflichtet ihm sein Sohn bei. Geruchsbelästigung werde oft als Grund angeführt. Die Absagen der Schauen wegen Corona seien vor allem für die älteren Bürger schade. „Die leben ja für die Gemeinschaft und das fällt nun weg“, sagt Joachim Hoffmann.

Sarom Siebenhaar
Sarom Siebenhaar Redaktion Jever
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