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Jubiläum beim Hallenbad Varel Warum „Streiki“ entlassen wurde

Hallenbad-Mannschaft, Bürgermeister Gerd-Christian Wagner, stellvertretender Landrat Reiner Tammen, Kurdirektor Johann Taddigs und Architekt Heinrich Gerdes freuen sich auf das Jubiläum.

Hallenbad-Mannschaft, Bürgermeister Gerd-Christian Wagner, stellvertretender Landrat Reiner Tammen, Kurdirektor Johann Taddigs und Architekt Heinrich Gerdes freuen sich auf das Jubiläum.

Anke Brockmeyer

Varel - Badekappen mit Plastikblümchen, der beißende Geruch nach Chlor und die obligatorische Bratwurst nach dem Schwimmen – beim Treffen der heutigen Hallenbad-Mannschaft mit den ehemaligen Schwimmmeistern, Bürgermeister Gerd-Christian Wagner, dem stellvertretenden Landrat Reiner Tammen, Kurdirektor Johann Taddigs und Architekt Heinrich Gerdes kamen viele Erinnerungen hoch. Vor 50 Jahren wurde das Hallenbad in der Haferkampstraße 66 eingeweiht. Endlich konnten die Bürger nicht mehr nur im Freibad, sondern auch geschützt im Winter ihre Bahnen ziehen. Rund 100 000 Besucher kommen pro Jahr, fünf Millionen Badegäste sind so rechnerisch schon hier ins Wasser gesprungen. Und das ist wichtig, finden Kurdirektor und Bürgermeister: „Den Menschen die Möglichkeit zu geben, schwimmen zu lernen, ist eine Kernaufgabe der Kommune.“

„Hallenbad hält jung“

An einen ehemaligen „Kollegen“ erinnerten sich viele in der Runde noch besonders gut: Streiki. Der Kassenautomat wurde 1974 installiert, doch die feuchtwarme, chemikaliengeschwängerte Luft machte ihm zu schaffen. „Ich hatte einen langen Schraubenzieher, mit dem ich die Eintritts-Chips immer aus dem Automaten befreien musste“, schmunzelt Hermann Mersmann. Gemeinsam mit seinen Kollegen Norbert Neugebauer, Klaus Fabrytzek und dem verstorbenen Roland Langer gehörte er zu den Schwimmmeistern der ersten Stunde, 34 Jahre lang haben sie zusammen gearbeitet. Henry Niebling, heute verantwortlich für die Technik des Bades und selbst mittlerweile kurz vor dem Ruhestand, hatte noch bei den vier „Fachkräften für Bäderbetrieb“, wie der Beruf heute heißt, gelernt.

„Dieses Hallenbad hält ganz offensichtlich jung“, stellte Bürgermeister Wagner mit Blick auf die drei über 80 jährigen Ruheständler, den noch nicht ergrauten Niebling und den 94-jährigen Architekten Heinrich Gerdes fest. Gerdes, der unter anderem auch das ursprüngliche Quellbad in Dangast gebaut hat, ist selbst passionierter Schwimmer. „Gelernt habe ich das Schwimmen noch im Jadebusen“, erinnert er sich.

Late-Night-Schwimmen und Festwoche

Vor 50 Jahren, am 14. Oktober 1972 wurde das Vareler Hallenbad an der Haferkampstraße eingeweiht.

Es verfügt über ein Schwimmerbecken von 25 Metern Länge mit fünf Bahnen und ein Dreimeter-Sprungbrett, außerdem über ein Lehrschwimmbecken.

Seit 2010 kommt die Energie für die Wärmeerzeugung aus einer Biogas-Anlage. Gerade im Moment zahlt sich das aus: Die Energiekosten liegen bei 38 000 Euro pro Jahr, andere Bäder sind bei 200 000 Euro und mehr.

Das Jubiläum feiern Bäder-Team, DLRG und andere im Hallenbad aktive Vereine mit den Badbesuchern an diesem Freitag, 14. Oktober, mit einem Late-Night-Schwimmen ab 20 Uhr. An diesem Abend erwartet die Besucher eine stimmungsvoll beleuchtete Schwimmhalle und Musik. Zur Begrüßung gibt es einen Sekt oder ein alkoholfreies Kaltgetränk. Letzter Einlass ist um 22 Uhr, bis Mitternacht soll das Late-Night-Schwimmen langsam ausklingen. Weitere Veranstaltungen zum Hallenbadjubiläum folgen in einer Aktionswoche vom 21. bis 27. November.

Erste Planungen laufen

50 Jahre sind ein stolzes Alter für ein Schwimmbad aus Beton – daraus macht der Bürgermeister keinen Hehl. „Es ist keine römische Therme.“ Will heißen: Obwohl das Bad in recht gutem Zustand ist und regelmäßig überprüft und instandgesetzt wird, hat es seine längste Zeit hinter sich. Aus diesem Grund laufen langsam die ersten Planungen an, ob und wie das Schwimmen in Varel in Zukunft möglich sein wird. Auf höchstens acht Jahre schätzt die Gemeinde die Lebensdauer ihres Bades noch. „Die Planung braucht Zeit, deshalb ist es sinnvoll, für eine nahtlose Versorgung schon jetzt damit zu beginnen, sonst können wir irgendwann nur noch reagieren“, sind sich Taddigs und Wagner einig und bekennen sich eindeutig zu einem Hallenbad für die Gemeinde: „Wir wollen weiterhin eine lückenlose Schwimmbadversorgung anbieten.“ Finanzielle HIlfe signalisierte der stellvertretende Landrat: Wer frage, der werde auch unterstützt, sagte er. Das hören sicherlich auch Bäderbetriebsleiter Ralf Hemmen und seine Mannschaft gern.

Streiki übrigens hat nicht lange für das Hallenbad gearbeitet. Er wurde durch eine „echte“ Mitarbeiterin an der Kasse ersetzt.

Anke Brockmeyer
Anke Brockmeyer Reportage-Redaktion
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