Varel - „Ich bin von der Aufbruchsstimmung der Nach-Coronazeit überwältigt“, sagt Thomas Honickel, Leiter des Vareler Frauenchores „Choriander“. Während viele Chöre die Pandemie nicht überstanden hätten, sei der Vareler Frauenchor im vergangenen Jahr binnen zwei Monaten von 15 auf 30 Teilnehmerinnen gewachsen. „Mittlerweile gehören über 40 Sängerinnen zu uns. Damit sind wir der größte Frauenchor im Nordwesten“, berichtet Honickel. Erklären kann er sich diese Entwicklung nur bedingt. „Ich vermute: Ein Grund ist, dass doch viele Chöre aufgegeben haben und heimatlose Sängerinnen dann zu uns gekommen sind.“ Außerdem sei es der „Hunger danach, endlich wieder in Gemeinschaft singen zu können“, der seine Sängerinnen antreibt.
Ärmel hochkrempeln
Honickel, bis zur Pensionierung Kapellmeister am Oldenburgischen Staatstheater, lebt seit acht Jahren mit seiner Frau in Varel. Seit letztem Jahr leitet er den Vareler Frauenchor: „Zunächst erbat ich mir eine Probezeit. Ich habe dem Chor verdeutlicht, dass, wenn wir die Ärmel hochkrempeln, wirklich etwas Enormes geschehen kann“, berichtete er.
Dem Chor seien auch viele jüngere Frauen beigetreten. Mittlerweile seien die Teilnehmerinnen zwischen 30 und 60 Jahren. Auch bestehe das regionale Ensemble zum Teil aus erfahrenen oder akademisch gebildeten Sängerinnen.
„Besonders berührend finde ich es, dass wir mittlerweile zwei Sängerinnen dabeihaben, die aus der Ukraine stammen. Eine von ihnen, Olga Yakymenko, war zuvor Chorleiterin in Kiew“, so Honickel.
Für sie seien die Proben und Konzerte wie eine kurze Auszeit. Ergänzt würde der Chor durch die Musikerinnen Sabine Meyer und Kerstin Schulz an Alt- und Tenorsaxofon sowie von Ulrike Scheithauer an Xylofon und Schlagwerk, die ihre instrumentalen Qualitäten miteinbringen würden.
Musikalischer Abend
Im April feierte der Chor sein erstes Jubiläum. Über das gesamte Jahr habe das Ensemble an einem 15-teiligen Programm aus Pop, Jazz, Musical und Filmmusik gearbeitet. „Die Aufführung des Highlights, einer Chorsuite zu „Herr der Ringe“, beinhaltet alle großen Songs und Musiken der Filmtrilogie“, beschreibt Honickel.
Bei einem Filmquiz will man das Publikum aktiv einbeziehen. „In sieben Minuten spielen wir 13 Filmmusiken“ Hintergrund sei, dass sich beim Hören der Filmmusiken Bilder aus den jeweiligen Filmen einstellen, die zum Filmtitel führen.
Die ersten beiden Konzerte seien bereits ausgebucht. Am Dienstag, 13. Juni, um 19 Uhr findet eine weitere Aufführung im Forum der Alten Kirche statt. Interessierte würden gebeten, sich vorab per Mail an choriander@web.de anzumelden. Es gibt nur ein begrenztes Platzkontingent. Der Eintritt sei frei – um Spenden wird gebeten.
„Wer sich unserer munteren Gruppe mit hohem musikalischem Anspruch anschließen möchte, ist jederzeit herzlich willkommen“, so Honickel. Der Chor probt dienstags von 19.30 bis 21 Uhr im Forum Alte Kirche Varel.
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