Jever - Kommt in Jever jetzt die Zeit der Parteienstrategie? So sah es aus, als nach der Erläuterung der Sitzungsvorlage „Verkehrsberuhigung Kirchplatz“ von Bürgermeister Jan Edo Albers die Wortmeldungen der Ausschussmitglieder erfolgten. Grünen-Ratsmitglied Oliver de Neidels meldete für seine Partei weiteren Beratungsbedarf an und beantragte, die Beschlussempfehlung zurück in die Fraktionen zu verweisen. Informations- und Erläuterungsbedarf hatten auch die übrigen Ausschussmitglieder. Zuvor hatten auch einige Einwohner, ihre Bedenken geäußert und die Verkehrsberuhigung als Verkehrsfluss- und Anlieferungshemmnis bezeichnet.
Vorlage zurückgezogen
Beschlossen oder empfohlen wurde also erstmal nichts. Auf Anraten des Bürgermeisters wurde die Beschlussvorlage zurückgezogen. Wie es nun weitergehen soll, darüber entscheidet der Verwaltungsausschuss in seiner Sitzung am nächsten Dienstag, 16. März.
Mit dem Modellversuch „Verkehrsberuhigung Kirchplatz“ sollten Erfahrungen zur Verkehrsberuhigung oder sogar zur autofreien Innenstadt gesammelt werden. So sieht es die Expertise zum Innenstadtkonzept vor, das ebenfalls am 16. März im Rat beschlossen werden soll. Im Text der Sitzungsvorlage heißt es dazu: „Die Verwaltung wird beauftragt, eine Änderung des Verkehrsflusses auf dem Kirchplatz für eine Testphase von Mitte Juni bis Mitte September 2023 vorzunehmen. Wenn während der Testphase festgestellt wird, dass diese nicht zielführend ist, wird die Testphase vorzeitig beendet.“
Zweite Variante ergänzt
Bei der Bürgerbeteiligung am 22. Februar wurden verschiedene Modelle und Möglichkeiten für die Sperrung und den Verkehrsfluss auf dem Kirchplatz vorgestellt. In der Diskussion hat sich eine Mehrheit dafür ausgesprochen, nichts zu ändern und den verkehrsfluss so zu belassen. Um dennoch die Auswirkungen zu testen, hatte die Verwaltung die bestehende zweite Variante mit den vorgebrachten Argumenten aus der Bürgerbeteiligung ergänzt.
Die bei der Bürgerbeteiligung vorgestellte zweite Variante hat die Verwaltung mit den vorgebrachten Argumenten aus der Bürgerbeteiligung ergänzt, fand aber keine Zustimmung.
Dieser Vorschlag sieht vor, den Kreisverkehr um den Kirchplatz in Einbahnstraßen ähnlich abzuleiten. Dafür soll die Wangerstraße über den Kirchplatz zum Rathaus statt links, rechts über den Kirchplatz in die St.-Annen-Straße bis zur Steinstraße einspurig abfließen. Die St.-Annen-Straße bleibt ab Steinstraße zweispurig. Die Flamenstraat ist als Einbahnstraße nur noch von der Schloßstraße aus zum Kirchplatz Richtung St.-Annen-Straße befahrbar. Die Rechtsabbiegespur auf den Kirchplatz entfällt. Vom Kirchplatz ist eine Einfahrt in die Steinstraße möglich.
