Neustadtgödens - Ein Finger nach dem anderen wird nach oben gestreckt: „Mein Fahrradhelm ist schwarz mit silber und pink“, sagt ein Mädchen in der ersten Reihe. „Den setze ich immer auf, aber meine Puppen und Kuscheltiere vorne in meinem Korb, die fahren ohne.“ Geschichten rund um den Fahrradhelm gibt es etliche in der dritten Klasse der Grundschule Neustadtgödens, die am Mittwoch Besuch von Vertretern der Verkehrswacht Jeverland bekommen hatte.
Alternative zum Auto
Bernd-Rainer Otten und Werner Lührs hatten im Rahmen der 23. Helmaktion einige Fahrradhelme im Gepäck und dazu einige wichtige Botschaften, die dafür sorgen sollen, dass die Helme von den Kindern auch getragen werden. Denn das Fahrrad rückt als umweltfreundliche und kostengünstige Alternative zum Auto immer mehr in den Fokus, aber Radfahrer sind im Straßenverkehr laut Verkehrswacht gleichzeitig stark gefährdet; besonders Kinder und Jugendliche gehören zu den Unfallopfern.
„Und weil der Kopf so wichtig ist und ihr ihn noch für vieles brauchen werdet, muss er beim Radfahren besonders geschützt werden“, sagt Lührs zu den Drittklässlern. Denn Helme können schwerere Unfallfolgen oft abmildern. „Mit euren neuen Helmen könnt ihr die Botschaft dann auch an eure Eltern weitertragen, denn auch deren Köpfe schützt der Helm“, appelliert er an die Kinder.
Die Grundschule Neustadtgödens steht stellvertretend für alle Grundschulen, die im Jeverland an der Helmaktion der Verkehrswacht teilnehmen. Insgesamt werden 75 Helme an Drittklässler verteilt, die Eltern zahlen dabei nur einen kleinen Anteil.
Defensive Fahrweise
Neben dem freiwilligen Tragen eines Helms empfiehlt die Verkehrswacht Jeverland den Radfahrern auch eine vorausschauende und defensive Fahrweise, die auch Fahrfehler der anderen Verkehrsteilnehmer berücksichtigt. Die Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland hat 2021 insgesamt 2138 (vgl. 2020: 1965) Unfälle im Landkreis Friesland gezählt. An 203 (vgl. 2020: 177) davon waren Radfahrer beteiligt. Neun Unfälle passierten auf dem Weg zur Schule, dabei waren acht Radfahrer und ein Fußgänger leicht und ein Radfahrer schwer verletzt worden. Damit hat sich die Zahl der Schulwegunfälle gegenüber 2020 erhöht. 2020 hatte es in Friesland sechs Schulwegunfälle gegeben wobei fünf Menschen leicht und einer schwer verletzt worden war.
Laut Verkehrswacht sind die meisten Unfälle auf falsches Abbiegen oder Kreuzen der Fahrbahn sowie Zusammenstöße im Verkehr zurückzuführen.
