Schortens - Die jüngst vom Schortenser Rat (mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung) beschlossene Neuorganisation der Stadtverwaltung hat Kritik ausgelöst. Dabei geht es vor allem darum, dass auch neue Stellen geschaffen wurden beziehungsweise werden sollen. Die „Häuptlingsebene“ werde aufgebläht, was mit Mehrkosten verbunden sei, so die Kritiker.
Die CDU/Grüne-Mehrheitsgruppe befürwortet die Organisationsreform der Stadtverwaltung, und Gruppensprecher Axel Homfeldt (CDU) sagt: „Einige Äußerungen zu diesem Thema sind grob irreführend und ehrlich gesagt an der Sache vorbei.“
Neu geschaffen wurde die Stelle des 1. Stadtrates. Seit 1. Juli ist das Karsten Hage. Am 1. November wird er auch die Funktion des allgemeinen Vertreters des Bürgermeisters übernehmen. Hage wird aber im Gegensatz zu seiner Vorgängerin Anja Müller, die vor Kurzem in den Ruhestand verabschiedet wurde, keinen Fachbereich leiten.
„Das ist bei unserer Struktur ein sinnvoller Vorschlag von Bürgermeister Gerhard Böhling gewesen“, sagt Wolfgang Ottens (Grüne). Bei den vielen zusätzlichen Aufgaben, die von Land und Bund auf die Kommunen abgewälzt würden, sei die interne Organisation und Leitung der Verwaltung von besonderer Bedeutung.
Der zweite wesentliche Punkt betrifft die Neuaufstellung der Fachbereiche. Sie werden in jeweils drei Sachgebiete unterteilt. „Dadurch gibt es innerhalb der Fachbereiche nun klare Zuständigkeiten, da erstmals Sachgebietsleiter für spezifizierte Arbeitsgebiete geschaffen wurden“, sagt Ottens: „Wenn immer alle Mitarbeiter mit allen Arbeitsgebieten irgendwie befasst sind, dann ist am Ende meistens niemand wirklich verantwortlich. Und das haben wir nun geändert.“ Und die Fachbereichsleiter seien nun vor allem für ihre Mitarbeiter verantwortlich und nicht in erster Linie Sachbearbeiter, wie es bislang gewesen sei, erklärt Ottens.
Die Aufgabenfülle hat sich laut CDU/Grüne-Gruppe in den vergangenen Jahren so sehr vergrößert, dass für die Begleitung und Weiterentwicklung der Mitarbeiter kaum bis keine Zeit geblieben ist. „Doch ist es genau das, was einen attraktiven Arbeitgeber ausmacht. Mitarbeiterentwicklung und die Schaffung neuer Kompetenzen im Rathaus“, so Homfeldt.
Von der Organisationsreform versprechen sich Ottens und Homfeldt eine aufwachsende Qualität der Arbeit sowie ein höheres Maß an Motivation und Zufriedenheit im Rathaus. Davon, dass die Zahl der Mitarbeitenden „künstlich aufgebläht“ werde oder künftig nur noch „Häuptlinge“ im Rathaus ihren Dienst versehen, könne keine Rede sein. Vor diesem Hintergrund sei der Vorschlag des Bürgermeisters richtig gewesen und die Mehrheitsgruppe unterstütze das in vollem Umfang.
