Wangerooge - „Geboren in Flandern, gestorben auf Wangerooge – Das Schicksal des Albert Van der Sijpt (1910–1945)“ – unter dieser Überschrift wird der Gottesdienst zum Volkstrauertag am Sonntag, 19. November, um 10.30 Uhr in der evangelisch-lutherischen Nikolai-Kirche auf Wangerooge gestaltet.
Dank eines persönlichen Kontaktes wird beispielhaft das Schicksal des auf die Insel deportierten Zwangsarbeiters aus Belgien in Erinnerung gerufen, teilt Inselpastor Jan Janssen in einer Gottesdienst-Ankündigung mit. Albert van der Sijpt war zwei Jahre lang nach Deutschland deportiert, bevor er am 25. April 1945 als einer von mehr als 300 Toten ein Opfer des schweren Bombardements der Insel Wangerooge wurde.
Ein Enkel des damals jungen Familienvaters war im Sommer dieses Jahres auf der Insel zu Gast, um sich auf die Spurensuche nach seinem Großvater zu machen, berichtet Jan Janssen. Aus einer Begegnung mit zwischen dem Inselpastor und dem Enkel von Albert van der Sijpt entwickelte sich ein angeregtes Gespräch. „Dazu gehörte nicht nur der Austausch von Informationen und der Blick in die Kirchenchronik. Es wurde auch deutlich, wie sehr heute noch nachfolgende Generationen unter dem Verlust eines Großvaters oder anderer Angehöriger im Krieg leiden“, teilt Jan Janssen mit.
Zugleich wurde angesichts des aktuellen Angriffskrieges gegen die Ukraine spürbar, wie uns heute die Geschichte unserer Nachbarländer in den Weltkriegen zur Verantwortung für den Frieden in Europa ruft. Daraus sei die gemeinsame Entscheidung entstanden, das Gedenken an das Schicksal von Albert van der Sijpt und seiner Familie beispielhaft in einen Gottesdienst einzubeziehen.
Musikalisch wird der Gottesdienst unter anderem mit Liedern aus Flandern, der Heimat Albert van der Sijpts, gestaltet, die Elke Henken aus Oldenburg am Akkordeon spielt.
