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Volkstrauertag in Varel Ein Tag zum Erinnern und Trauern

Auf dem Vareler Friedhof brachten Bürgermeister Gerd-Christian Wagner,  stellvertretende Bürgermeisterin Anke Kück, Siemtje Möller und Pastor Dirk Strobel die Kränze zum Denkmal.

Auf dem Vareler Friedhof brachten Bürgermeister Gerd-Christian Wagner, stellvertretende Bürgermeisterin Anke Kück, Siemtje Möller und Pastor Dirk Strobel die Kränze zum Denkmal.

Jan-Ole Smidt

Varel - Am Sonntag, dem Volkstrauertag, wurde vielerorts der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. Gedenkveranstaltungen gab es unter anderem in der Friesischen Wehde sowie eine zentrale Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung auf dem Vareler Friedhof. Mit deutlichen Worten wandte sich Varels Bürgermeister Gerd-Christian Wagner in seiner Rede an die Bürger, denn wir leben in besonderen Zeiten. „Der November ist der Monat der stillen Tage, der Trauer-Monat“, so Wagner. „Es ist diese Zeit im Jahr, in der wir unseren Toten gedenken können, ob uns nahestehenden Menschen oder Unbekannte, die den Kriegen in der Welt zum Opfer gefallen sind.“ Viele Menschen auf der Welt haben dies nicht. Für sie gibt es keine stillen Tage, weil Krieg und Gewaltverbrechen auch heute noch allgegenwärtig sind.

Ein Zeichen setzen

Ob in Gaza, Syrien, Aserbaidschan, Äthiopien, Sudan oder Jemen: „Krieg betrifft uns nicht. Das ist leider falsch. Er betrifft uns.“ Seit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine herrscht auch in Europa wieder Krieg. Menschen verlassen ihre Heimat und fliehen. Hier sind sie angekommen. „In Varel gibt es viele Menschen, die Trost spenden und helfen. Das macht mir Mut“, erklärt Gerd-Christian Wagner. Und diesen Mut gilt es zu nutzen, denn durch Gedenkveranstaltungen, unter anderem am Volkstrauertag, soll ein Zeichen gesetzt werden. „In den Weltkriegen ging kriegerische Gewalt auch von Deutschland aus. So etwas darf nie wieder geschehen. Das liegt in unserer Verantwortung. Hass, Vorurteile und Intoleranz gilt es zu überwinden und an Sonntagen wie heute machen wir darauf aufmerksam.“

Legten weiße Rosen nieder: Die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung in Varel.

VERANSTALTUNG IN VAREL GUT BESUCHT Gedenken an Pogromnacht vor 85 Jahren

Gösta Berwing
Varel

Der Bürgermeister erinnerte an das Gedenken der Reichspogromnacht in Varel vor gut einer Woche. „Ich habe mich gefreut, dass so viele Menschen dieses Jahr gekommen sind. Heute hätte ich zum Volkstrauertag noch mehr Menschen erwartet.“ Er ermunterte die Besucher, die Erinnerungen an Weltkriege weiterzutragen – gerade auch an die jüngeren Generationen. Zeugen des Zweiten Weltkrieges gebe es heute nur noch sehr wenige. Daher sei es besonders wichtig, die Erinnerungen daran weiterzugeben.

Erhaltung der Gräber

Erinnert wird an diesen Tagen auch an den „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“, der sich die Erhaltung der Kriegsgräber und die Anlegung neuer Friedhöfe im Ausland als Mahnmal gegen Krieg und Vergessen zur Aufgabe gemacht hat. Dieser gestaltet und unterhält Soldatenfriedhöfen in aller Welt. In Varel werden die dafür erforderlichen finanziellen Mittel überwiegend durch eine Haus- und Straßensammlung in der Zeit vom 1. Oktober bis 15. Dezember aufgebracht. Schülerinnen und Schüler der Vareler Schulen sammeln die Spendengelder ein, doch da sie nicht in allen Bereichen der Stadt sammeln, wurde auch ein Spendenkonto eingerichtet.

Jan-Ole Smidt
Jan-Ole Smidt Redaktion Varel
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