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NWZonline.de Region Friesland

Vareler vom schweren Vorwurf freigesprochen

09.04.2015

Varel /Oldenburg Im Prozess gegen den 47 Jahre alten Mann aus Varel, der sich wegen sexueller Nötigung und sexuellen Missbrauchs von Bewohnern eines Wohnheims in Wilhelmshaven vor dem Oldenburger Landgericht verantworten musste, ist der Angeklagte am Mittwoch freigesprochen worden. Die Vorwürfe konnten nicht konkretisiert werden. Darauf hatte auch die Wilhelmshavener Verteidigerin Christiane Trenkel in ihrem Plädoyer hingewiesen. Die Kammer erfüllte dann auch den Antrag der Anwältin auf Freispruch in allen Fällen.

Die Staatsanwaltschaft hatte einen der Fälle für erwiesen erachtet und für den Angeklagten ein Jahr Haft auf Bewährung beantragt. Das Gericht sah das aber anders. Der 47-Jährige hatte im vergangenen Jahr selbst in dem Wohnheim in Wilhelmshaven gelebt. Zu dieser Zeit sollte es dann zu den sexuellen Übergriffen gekommen sein. Diese Vorwürfe waren aber von Anfang an von dem Angeklagten bestritten worden.

Das Gericht war deswegen auf die Aussagen der mutmaßlichen Opfer angewiesen. Doch das war schwieriger als gedacht. Ein Zeuge bekräftigte zwar die Vorwürfe, widersprach sich aber in den Aussagen. Er schilderte im jetzigen Verfahren auch Sachverhalte, die ganz neu waren und von denen er früher noch nicht gesprochen hatte. Ein weiterer Zeuge konnte ebenfalls nichts zur Aufklärung des Falles beitragen.

Der junge Mann ist in seinen geistigen Fähigkeiten stark eingeschränkt. Was er sagte, war so undeutlich und stockend, dass ein „Sprach-Dolmetscher“ übersetzen musste. Der Zeuge hatte früher einmal ein intimes Verhältnis zu dem Angeklagten unterhalten. Was im Tatzeitraum aber passiert sei, sei unangenehm gewesen, übersetze der Dolmetscher die Aussage des Zeugen. Die Aussagetüchtigkeit des Zeugen musste aber in Frage gestellt werden. Auf das, was die Beweisaufnahme ergeben hatte, war eine Verurteilung des Angeklagten keineswegs zu stützen gewesen. Deswegen erging auch ein Freispruch in allen Fällen.