Wilhelmshaven/Jeverland - „Eine Welt im Wandel, eine Region in Bewegung“. Unter diesem Titel ging Alexander Leonhardt, Wirtschaftsförderer der Stadt Wilhelmshaven, in Schortens auf die Energiewende ein und was diese für Veränderungen für die Region mit sich bringt. Was passiert in Friesland und Umgebung und was für Veränderungen kommen auf die Bürgerinnen und Bürger zu?
Der Motor der Energiewende ist das ominöse chemische Element Wasserstoff. Mit diesem Stoff soll diese Region in Zukunft ganz Deutschland mit Energie versorgen. „Diese Region hat eine Verantwortung“, sagte Leonhardt. Vor allem an der Küstenlinie und rund um Wilhelmshaven passiert viel. Das Wattenmeer, das sich auch im Wangerland erstreckt, bezeichnet Leonhardt als etwas „ganz besonderes“. „Es ist einmalig und auf einer Stufe mit dem Grand Canyon oder dem Great Barrier Reef“, sagte er. „Diese Region ist geil und bietet so viel.“ Besonders das Potenzial für eine bessere Zukunft, so der Wirtschaftsförderer.
Viele Projekte
Dabei geht er auch auf den sogenannten Energy-Hub ein, der das Zentrum für die klimafreundliche Energieversorgung Deutschlands sein möchte. Das 40 Unternehmen fassende Netzwerk hat sich fünf Themenfeldern verschrieben. Es möchte eine Wasserstoff-Wertschöpfungskette aufbauen, ebenso wie eine funktionierende Energieinfrastruktur. Dazu wird eine passende Hafeninfrastruktur benötigt sowie Ansiedlungen neuer Projekte und Energie-Unternehmen. Auch die Kommunikation spielt eine wichtige Rolle.
20 Projekte hat der Energy-Hub momentan am Laufen, vier davon in den Landkreisen Friesland und Wittmund. Drei dieser vier Projekte beschäftigen sich mit dem Aufbau von Elektrolyse-Anlagen für Produktion von Wasserstoff im Bereich der Gemeinde Sande. Das vierte Projekt nennt sich Hydra und ist in Etzel verortet. In Zukunft sollen dort, so der Plan, Teile des gewonnenen Wasserstoffs in Kavernen gespeichert werden.
Zusammenhalt
„Wenn alle Projekte realisiert sind, dann deckt allein diese Region bis 2031 40 bis 61 Prozent des deutschen Wasserstoff-Bedarfs ab“, erklärte Leonhardt. Das Energiepotential, das die Region dann erzeugt, entspreche dem von sechs bis sieben Atomkraftwerken. „Diese Region ist der FC Bayern München der Energiebranche und das pumpende Herz, dass in Zukunft Deutschland mit Energie versorgt.“
Dass bei all den Planungen und Projekten auch Differenzen entstehen, ist nur natürlich. Vor allem die Stadt Wilhelmshaven und die Gemeinden des Landkreises Friesland scheinen nicht immer auf einen Nenner zu kommen. „Fakt ist aber, dass wir ein Oberzentrum brauchen und das ist Wilhelmshaven“, sagte Leonhardt und appellierte an den Zusammenhalt. „Aber wir müssen auch sagen: Wilhelmshaven kann nicht ohne die Region und die Region nicht ohne Wilhelmshaven. Wir müssen ein und dasselbe Trikot anziehen. Dann steht uns nichts mehr im Weg.“
