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Klare Kante in Varel Wählergruppe für die Nutzung von Biogasen – Wärmepumpen nur bedingt

Die Wählergemeinschaft Klare Kante in Varel spricht sich für die Wärmepumpe als Alternative zur Gasheizung aus, allerdings mit bestimmten Voraussetzungen, da es noch weitere regenerative Alternativen gäbe. (Symbolbild)

Die Wählergemeinschaft Klare Kante in Varel spricht sich für die Wärmepumpe als Alternative zur Gasheizung aus, allerdings mit bestimmten Voraussetzungen, da es noch weitere regenerative Alternativen gäbe. (Symbolbild)

dpa

Varel - Der Klimaschutz ist kein grünes Nischenthema mehr, denn es gehe mittlerweile ums Leben: Die Wählergemeinschaft Klare Kante aus dem Vareler Stadtrat bezieht Stellung zur aktuellen Klimaschutzdebatte und fordert von Stadt und Landkreis, Bürgern mit konkreten Angeboten nachhaltigen Umgang mit Ressourcen zu ermöglichen.

Wärmepumpe ja, aber

Nicht abgeneigt ist Klare Kante von der Wärmepumpe als alternative Möglichkeit, sein Heim zu heizen. „Ja, die Anschaffung ist teuer. Und nein, sie ist wirklich nicht für jedes Haus die Heizung der Wahl“, stellen Cornelia Papen (Vorsitzende) und Uwe Cassens (Ratsherr) klar. Die Kommunikation der Bundesregierung zur Anpassung des Gebäudeenergiegesetzes sei aus dem Ruder gelaufen und ein unfertiger Gesetzesentwurf wurde öffentlich. Daher befürchten Hausbesitzer ab Januar 2024 einen teuren Zwang zum Heizungstausch – schließlich setze Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck auf die Wärmepumpe als Heizung der Wahl.

„In den ersten Jahrzehnten unserer Demokratie war klar, dass Gesetze und Verordnungen Diener der Menschen sind und nicht etwa deren Herren. Doch diese Zuordnung könnte sich umkehren – eine Entwicklung, die wir aufhalten müssen“, so Papen und Cassens. Die Wählergemeinschaft empfiehlt daher den Einsatz von Wärmepumpen nur in Neubauten, wohingegen alte Häuser auf andere Wärmequellen setzen sollten. Die Novelle zum Gebäudeenergiegesetz zwinge Hausbesitzer nicht zum Einbau von Wärmepumpen. Ihnen werde die Möglichkeit offen gehalten, andere Technologien zu nutzen. Zum Beispiel den Anschluss ans Wärmenetz, Wasserstoff oder Biomasse. „Auch neue Gasheizungen sind nach 2024 erlaubt, wenn sie nachweislich erneuerbare Gase nutzen“, so Klare Kante.

Stadt und Landkreis gefragt

„Als eine regionale Wählergemeinschaft erwarten wir von der Stadt Varel und dem Landkreis Friesland eine klare Ansage, welche Möglichkeiten die Kommune den Bürgern zur Verfügung stellen wird.“ Die Bereitstellung entsprechender Infrastruktur gehöre zur Daseinsfürsorge, zu der die Kommune verpflichtet sei. So müsse gerade in einem landwirtschaftlichen geprägten Umfeld Bioenergie eine wichtige Rolle spielen, so trete die Wählergemeinschaft für den Ausbau von Biomasse-Technologie ein.

„Wir sind uns der Kehrseite durchaus bewusst. Der Einsatz von Biogas kann dazu führen, dass Ackerfläche für den Nahrungsmittelanbau blockiert werden“, erläutern Cornelia Papen und Uwe Cassens. „Auch Geruchsbelästigung sind bei unsachgemäßer Lagerung nicht auszuschließen. Aber Biogas ist klimaneutral, weil es nur so viel CO 2 freisetzt, wie die Biomasse vorher gebunden hat.“ Und wo vorher die Leitungs-Infrastruktur fossilen Brennstoff transportiert hat, sollte sie jetzt eben für Biogas genutzt werden. Ein Verbot von Gasheizungen sei deshalb unsachgemäß.


Jod-Sole unter Dangast

In Bezug auf die Stadt Varel stellt sich Klare Kante zwei Fragen, denn: Nicht nur bei der Entwicklung neuer Wohngebiete sei zu prüfen, ob zentrale Wärmepumpen für mehrere Gebäude zum Einsatz kommen sollen. Auch in bestehenden Quartieren müsse überprüft werden, ob die vorhandene Infrastruktur den Betrieb einer solchen Anlage möglich mache. „Welche Rolle kann Jod-Sole unter Dangast bei der Entwicklung eines Fernwärmenetzes spiele? Und: In welchem Umfang lässt sich Abwärme aus dem großen Industriegebieten der Stadt für Wärmeversorgung nutzen?“ Die Beratungen über das Klimaschutzkonzept der Stadt Varel in den zuständigen Ausschüssen des Stadtrates müssten diesem Ziel dienen. Und sie müssten dahin führen, dass die Stadt mit konkreten Maßnahmen Hausbesitzern und Mietern nachhaltigen Umgang mit Energie ermöglicht.

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