Wangerland - Neun Kirchengemeinden, die bisher eigenständig gearbeitet haben, unter einen Hut zu bekommen – das ist nicht so einfach. Drei Jahre hat es bis zur Gründung der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Wangerland gedauert.
„Es sind viele tausend Blatt Papier beschrieben worden, bis wir alles unter Dach und Fach hatten“, sagt Pastor Stefan Grünefeld, der gemeinsam mit Pastorin Hanja Harke, dem Kirchenältesten Lübbo Meppen und Pastor Jürgen Walter einen Blick hinter die Kulissen der Diskussionen der vergangenen drei Jahre gewährt.
„Wir müssen uns verändern, es geht nicht anders, das haben wir sofort gesehen, nachdem die Zahlen von der Oldenburgischen Kirche vorlagen. Damit sind wir ganz offen umgegangen“, berichtet Grünefeld. „Es war den Vorständen der Gemeindekirchenräte schnell klar, dass es nicht anders geht, als zu straffen und Aufgaben zu zentralisieren“, sagt Hanja Harke.
Allerdings sei die Einsicht etwas ganz anderes als dieser Einsicht auch zu folgen, man dürfe die Gefühle der Gläubigen nicht unterschätzen, sagt Lübbo Meppen. Nach nüchterner Betrachtung sei aber klar gewesen, dass einige Gemeinden vielleicht „etwas länger durchhalten“ würden, andere hätten dafür „umso früher am Abgrund gestanden“. Darüber hinaus wäre es bei einer Reduzierung auf zwei Geistliche eine komplette Überforderung, mit neun Gemeindekirchenräten in ständigem Kontakt zu bleiben, so dass eine effektive Arbeit möglich sei.
Ganz gerecht kann es dabei nie zugehen – das ist auch dem Gremium mit Vertretern aus den einzelnen Gemeindekirchenräten klar. „Alle werden etwas hergeben müssen, aber einige werden eine etwas größere Kröte schlucken müssen. Aber am Ende werden nicht nur alle etwas geben müssen, sondern alle bekommen auch viel dafür“, sagt Stefan Grünefeld. Die Struktur werde sich zwar verändern, aber man werde so viel Ortsnähe wie eben möglich bewahren. Man hoffe nun, dass die Gemeindeglieder die Veränderungen mittragen. „Wir wollen weiterhin für die Menschen da sein, wir passen die Bedingungen an, damit wir die Kraft für seelsorgerliche Begleitung haben.“
Geduld sei in der kommenden Zeit das Wichtigste, meint Pastor Jürgen Walter. „Es muss sich alles erst einmal einüben und etablieren. Das wird Zeit kosten.“ Lübbo Meppen schaut aber noch etwas weiter: „Wie genau es mit der Kirchengemeinde Wangerland weitergeht, wird sich daran entscheiden, wie es überhaupt mit der Oldenburgischen Kirche weitergeht.“
