Wangerland - Klaus Lammers (SPD) sprach von einer „Beschneidung“ des Wangerländer Bürgermeisters, Björn Mühlena selbst sieht ebenfalls keinen Anlass – dennoch steht der Beschluss der Ratsmehrheit aus CDU/FDP, Grünen und UWW: Bei Feuerwehrangelegenheiten sind ab sofort die Fraktionsvorsitzenden an Gesprächen und Beratungen zu beteiligen.

Der Grund: „Wir wollen Infos aus erster Hand und direkt Einfluss nehmen“, begründete Reiner Tammen (Grüne) den Antrag. Zudem würden Vorhaben wahrscheinlicht beschleunigt werden, wenn die Politik von Anfang an eingebunden ist. Einen neuen Arbeitskreis soll es nicht geben, aber Beteiligung von Anfang an, betonte die Ratsmehrheit.

Personalien aus der SPD-Fraktion

Zwei Wechsel gab es bei der SPD-Fraktion im Wangerländer Gemeinderat: Thorsten Bruns aus Schillig hat seinen Ratssitz aus gesundheitlichen Gründen abgegeben. Als Nachrücker wurde Dieter Müller aus Hooksiel als Ratsmitglied verpflichtet. Bruns war Mitglied in den Ausschüssen Tourismus und Gemeindeentwicklung/Sanierung und wirkte in den Arbeitskreisen Freizeitgelände Hooksiel und Ferienwohnen mit. „Er hat viele gute Ideen eingebracht“, lobte ihn Bürgermeister Björn Mühlena.

Neuer stellvertretender Bürgermeister ist Mario Szlezak (Tettens). Er übernimmt das Amt von Richard Herfurth (Hooksiel). Herfurth dankte seinen Ratskollegen für das Vertrauen, das sie ihm entgegengebracht hätten, außerdem den Mitarbeiterinnen im Rathaus und seinem Bürgermeister-Kollegen Reiner Tammen für die Zusammenarbeit.

Ellmer Cramer (UWW) bemängelte, dass der Rat in letzter Zeit in Feuerwehrangelegenheiten „immer vor vollendete Tatsachen gestellt wurde“. So hätte die Anschaffung neuer Fahrzeuge dazu geführt, dass die Feuerwehr-Unfallkasse neue Anforderungen an Stellplatzgrößen und Gebäudeausstattung stellt.

Dieter Behrens-Focken (CDU) erläuterte, dass mit Blick auf neue Gerätehaus-Standorte der Rat nicht nur Ergebnisse von der Verwaltung präsentiert bekommen möchte, sondern von Anfang an einbezogen werden und Einblick in alle Gutachten, Gespräche und Gesprächsprotokolle erhalten will.

Hintergrund ist, dass die Verwaltung Vorplanungen für neue Standorte für die Feuerwehren Hohenkirchen und Hooksiel aufgenommen hat. „Dabei geht es um sehr viel Geld“, so Tammen: „Und in Hohenkirchen wird sich das Ortsbild drastisch ändern.“

Im Verwaltungsausschuss hatten sich die Ratsfraktionen bereits darauf geeinigt, dass der Bürgermeister in Zukunft die Fraktionsvorsitzenden zu Gesprächen über Feuerwehrangelegenheiten – außerhalb des Feuerwehraussschusses – einlädt; in der Ratssitzung wurde dennoch darüber debattiert. Alice Brandenburg-Bienek (CDU) wunderte sich über die Ablehnung durch die SPD und den Bürgermeister: „Es geht um Transparenz und Beteiligung“, sagte sie. Der Bürgermeister nannte den Vorstoß „überflüssig“, denn zuständig sei ja der Fachausschuss Feuerwehrwesen. Und: „Akteneinsicht könnt Ihr haben, wenn Bedarf besteht“, meint er.