Wangerland/Wilhelmshaven - „Ich glaube daran, dass wir das gemeinsam bewältigen können und dieses Projekt uns dabei helfen wird“, sagt Olaf Lies, Minister für Umwelt und Klimaschutz: Mit Blick auf den Klimawandel startet nun das Pilotprojekt Siel- und Schöpfwerkmonitoring des Leichtweiß-Instituts (LWI) der Technischen Universität (TU) Braunschweig. „Dieses Projekt liefert wichtige, in Form und Umfang so noch nicht vorliegende Daten“, sagt Lies. Bei dem Projekt geht es unter anderem darum, aus einem Entwässerungssystem ein Wassermanagementsystem zu machen.
„Der Klimawandel stellt uns vor neue Herausforderungen, zum Beispiel die der Wasserverfügbarkeit“, erklärt Tobias Langmann vom LWI. „Wir müssen uns an die sich verändernden Bedingungen anpassen. Wir haben insgesamt mehr Wasser als früher, das Problem liegt in der Verteilung.“
Wasserverteilung
Denn obwohl mehr Wasser vom Himmel fällt, ist es über das Jahr ungleicher verteilt als früher: Langen Trockenphasen stehen Phasen mit viel Niederschlag gegenüber. „Wir wollen mit Forschung und Wissenschaft diese ungleiche Verteilung wieder ins Gleichgewicht bringen“, sagt Tobias Langmann. Ein solches Vorhaben kostet Geld. Darum wurde am Freitag im Maadesiel in Wilhelmshaven die Finanzierungsvereinbarung über 329700 Euro unterschrieben.
Das Regelbauwerk Maadesiel, Blick zum Meer. Bild: Sarom Siebenhaar
Bereits seit eineinhalb Jahren läuft das küstenhydrologische Monitoring in Maadesiel – es soll nun um zwei weitere Messstandorte an Küstenregelbauwerken erweitert werden. Dabei werden Wasserstände und Durchflüsse in den nächsten zwei Jahren kontinuierlich gemessen, aus den Daten werden Folgen des Zusammentreffens von Extremereignissen und notwendige Maßnahmen abgeleitet.
Gefahr für Küstenregionen
Neben der künftigen Nutzung des Regenwassers, das bisher einfach nur in die Nordsee entwässert wurde, geht es bei dem Projekt auch um die potentielle „Gefahr für Mensch, Tier und Eigentum“. Denn die Wahrscheinlichkeit nimmt zu, dass Wetterextreme unmittelbar aufeinandertreffen könnten. An der Küste beispielsweise Sturmfluten und Binnenhochwasser durch starken Regen: Das kann schwere Folgen für die Küstenregion und regionale Wasserwirtschaft haben, wenn Wassermassen von See und vom Himmel aufeinandertreffen.
Das Monitoring soll dafür wichtige hydrologisch-wasserwirtschaftliche Messdaten liefern, unter anderem für die weitere Erforschung der Folgen beim Zusammentreffen solcher Extremereignisse. „Das Projekt kann mit diesen genauen Daten eine Hilfe sein“, sagt Christian Andreae, Verbandsvorsteher der Sielacht Rüstringen.
