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Kirchengemeinde Wangerland Zwölf alte Kirchen – eine neue Struktur

Annette Kellin

Wangerland - Neun Kirchengemeinden mit 5500 Mitgliedern, die Gottesdienste, Angebote in Gruppen, Jugendarbeit, Seelsorge, Seniorentreffen und Zirkel für junge Familien erwarten. Dazu zwölf Kirchen mit zugehörigen Friedhöfen, etlichen Gemeindehäusern und weiteren Liegenschaften, die verwaltet werden wollen – das ist die evangelisch-lutherische Kirche im Wangerland. Noch sind hier vier Pastorinnen und Pastoren tätig, ab 2030 soll das gesamte Pensum aber von zwei Pastoren gestemmt werden.

Nicht lange zögern

„Das geht nicht ohne eine komplett neue Struktur. Wir müssen Aufgaben zusammenfassen, zentrieren, das war uns ziemlich schnell klar, als wir den neuen Pfarrstellenplan gesehen haben“, sagt Pastor Stefan Grünefeld. Zögern? Hoffen, dass es doch wohl nicht ganz so schlimm können würde? Wozu? Man sehe ja selber, dass die Kirche immer weniger Mitglieder habe, dadurch immer weniger Geld zur Verfügung stehe, auch direkt vor Ort. Wenn Stellen durch Ruhestand frei werden, werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nachbesetzt. Auch nicht für eine Übergangszeit. So wird damit gerechnet, dass Pastorin Sabine Kullik und Pfarrer Jürgen Walter 2024 in den Ruhestand gehen – Pastorin Hanja Harke und Pastor Stefan Grünefeld fällt womöglich schon dann die komplette Arbeit zu.

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Blick hinter die Kulissen: Wie die Diskussionen der vergangenen drei Jahre abliefen

Wangerland

Also hat man im Wangerland gleich zugepackt: Seit drei Jahren werden hier neue Strukturen bereits vorbereitet. Zumal der Personalmangel bei den Pastoren und Pastorinnen nicht der einzige Knackpunkt sei, sagt Stefan Grünefeld. „Bis 2019 hatte jede Kirchengemeinde ein eigenes Büro mit minimalen Besetzungsstunden – Minibüros mit Ministunden.“ Wenig Service für die Kirchenmitglieder aber auch schwierig, dafür Personal zu finden. Und die vielen Friedhöfe seien auch schon lange nicht mehr rentabel. Nun wird das alles nach und nach zusammengefasst.

Neues Kirchengesetz

Von den ursprünglich neun Gemeinden haben, wie berichtet, Tettens und Middoge aus wirtschaftlichen Gründen zum 1. Januar 2023 fusioniert, so dass sich von den nun acht Gemeinden neben Tettens-Middoge auch Pakens-Hooksiel, St. Joost-Wüppels, Hohenkirchen und Oldorf und Waddewarden-Westrum zum 1. Januar 2023 zur großen Kirchengemeinde Wangerland zusammengeschlossen haben, Minsen und Wiarden wollen sich dem Verbund demnächst ebenfalls anschließen. Jede der Kirchengemeinden bildet einen Ortskirchenausschuss, der die Arbeit vor Ort im Blick hat und der Vertreter in den Gemeindekirchenrat der großen Gemeinde Wangerland entsendet. Damit das alles Hand und Fuß hat, musste eigens zur Bildung der Kirchengemeinde Wangerland ein neues Kirchengesetz erlassen werden, die bisherigen Kirchengemeinden werden aufgelöst, der Kirchenbezirk ebenfalls, das alles geht in der neuen Kirchengemeinde Wangerland auf.

Die Pastorinnen und Pastoren bleiben auf ihren Stellen, bei den Gemeindebüros wurden vier bereits zusammengefasst, die anderen sollen in Kürze folgen.

„Es ist eine Zeit des Übergangs, aber die Arbeit wird bereits ständig anders. Eine Frage liegt auf dem Tisch, dann ploppen plötzlich 30 neue Fragen auf, um für die eine Frage eine Lösung zu finden“, sagt Hanja Harke. Mit gemeinsamen Konfirmandenzeiten gebe es schon Erfahrung, doch schon ab 2023 soll die Konfirmandenarbeit weiterentwickelt werden und für den gesamten Entwicklungsraum, zu dem noch Jever und Cleverns-Sandel gehören, zentriert werden.


Festgottesdienst geplant

Nachdem der Zusammenschluss der Kirchengemeinde Wangerland unter Dach und Fach sei, werde im neuen Jahr die Zusammenarbeit im Entwicklungsraum deutlich Fahrt aufnehmen, erklärte Grünefeld. Weiterhin sei es Aufgabe der neuen Gemeinde, alle Immobilien genau zu bewerten, denn zwölf Kirchen, 13 Friedhöfe und acht Gemeindehäuser – „Das ist zu viel“. Ein weiterer Prozess, der in Gang kommen muss.

Die Gründung der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Wangerland wird am Sonntag, 15. Januar, um 15 Uhr in der Kirche in Hohenkirchen mit einem Festgottesdienst begangen, den Kreispfarrer Christian Scheuer, Pastor Stefan Grünefeld, Pastorin Hanja Harke, Pastor Jürgen Walter und Pastor Thomas Anders gestalten.

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