Wangerooge/Delmenhorst/Oldenburg - Ein Aufenthalt auf Wangerooge ist gerade in den Sommermonaten sehr beliebt – und mit Blick auf die Ausgaben für Unterkunft und Verpflegung nicht günstig. Wer ganz ohne Kosten für Wohnen und Mahlzeiten auf die Insel kommen und dazu etwas Gutes tun will, hat in diesem Jahr dazu Gelegenheit. Das Schullandheim hat ein attraktives Angebot entwickelt.
Zeit für Insel-Leben
„Unser Küchenteam braucht Unterstützung“, sagt Dieter Boll. „Und wir haben wie viele Betriebe Probleme, unsere freien Stellen zu besetzen“, berichtet der Vorsitzende des Oldenburgischen Jugenderholungswerkes. Der Verein, der von Landkreisen des Oldenburger Landes getragen wird, betreibt das Schullandheim. In dieser Situation hat sich der Verein entschieden, Helferinnen und Helfer einzuladen, gegen Vergütung einschließlich freie Kost und Logis ins Schullandheim zu kommen.
„Wünschenswert ist ein Einsatz über vier Wochen. Aber wenn dieser Zeitraum nicht möglich ist, nehmen wir Helferinnen und Helfer auch für kürzere Zeit auf“, sagt Boll.
Eine spezielle Ausbildung sei nicht erforderlich, sagt Boll. „Wir bieten Ihnen eine interessante, abwechslungsreiche Tätigkeit in der Küche. Unsere zumeist jungen Gäste freuen sich auf eine engagierte, freundliche Bewirtung“, heißt es in einem Schreiben an die Vereinsmitglieder. „Wir stellen eine Unterkunft im Einzelzimmer und Verpflegung im Schullandheim bei angemessener Bezahlung.“ Besonders attraktiv: Das Schullandheim wurde in den vergangenen Jahren generalsaniert. Den Gruppen stehen moderne, ansprechende Wohn-, Ess- und Aufenthaltsräume zur Verfügung. Außerhalb der Arbeitszeit können die Helferinnen und Helfer Wangerooge erkunden und das Insel-Leben genießen. „Sie haben viel Freizeit am Wochenende und an den Wochentagen nach Vereinbarung“, heißt es in dem Schreiben.
Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule Hauswirtschaft der Kerschensteiner BBS II aus Delmenhorst unterstützen das Küchenpersonal im Schullandheim.
200 Plätze
Das Schullandheim, seit Jahrzehnten Ausflugsziel für Klassen, Jugendgruppen, Sportvereine, Familien und andere Gruppen vor allem aus dem Oldenburger Land, entstand in der Nachkriegszeit. Boll, der als Kind selbst das Heim besuchte, erinnert an die bescheidenen Anfänge. Hungernden und unterernährten Kindern wollten der erste Oldenburgische Verwaltungspräsident, August Wegmann, und der Oldenburgische Kultusminister Fritz Kaestner („Urvater des Schullandheims“), helfen. Unterstützt von der britischen Militärregierung, konnten 1949 die ersten Kinder in die damalige Jade-Kaserne einziehen. Unter abenteuerlichen Bedingungen – Vereinsmitglieder holten Kohle zum Heizen mühsam aus dem Ruhrgebiet heran – entwickelte sich ein reges Freizeitleben. Unter Boll, früherer Vizepräsident der Bezirksregierung Weser-Ems, setzt der Verein sein soziales Engagement bis heute fort. Mit über 200 Betten ist das Schullandheim auf Wangerooge eines der größten bundesweit.
Wer das Schullandheim unterstützen möchte und an Informationen zum Einsatz im Küchenteam bereit ist, meldet sich telefonisch unter 0441-592437 oder per Mail unter info@oje-wangerooge.de.
