Wangerooge - Auf nach Wangerooge: Am Donnerstag fand hier die 5. Etappe des diesjährigen EWE-Nordseelaufs statt. Diese sei besonders schön, betonte Moderator Dominik Haffner. „Durch die Gastronomie sind die Gäste nah dran, so entsteht eine gute Stimmung.“ 336 Teilnehmer versammelten sich auf dem Platz des Meeres am Hauptstrand. Nach einer Aufwärmphase, animiert von Haffner, der die engagierte und fachlich versierte Animateurin der Kurverwaltung ablöste, sangen alle Läufer und Walker noch die Nordsee-Hymne „An der Nordseeküste“ vor dem Rennen. Zum Startsignal feuerte der Bürgermeister Marcel Fangohr um 15 Uhr einen Schuss ab und los ging es über eine Strecke von neun Kilometern von der Promenade über die Deiche um die Insel.
Neben vielen Helferinnen und Helfern, die diesen Lauf erst ermöglichten, waren gut 30 Streckenposten im Einsatz. Sie übernahmen unterschiedliche Aufgaben wie Wasser anzureichen, den Weg an unübersichtlichen Stellen oder Kreuzungen anzuzeigen, vor Gefahren zu warnen oder schlicht aufzupassen, dass niemand eine Abkürzung nimmt. Darunter waren Beschäftigte der Kurverwaltung, aber auch ehrenamtliche Unterstützer aus der Bevölkerung und Gäste. „Sie sind Gold wert, nicht nur für die Sicherung. Ohne die fällt es uns schwer, den Nordseelauf zu machen“, erklärt die Nordseelauf-Pastorin Antje Wachtmann.
Lauf geht's! Startschuss für die Läufer an der Wangerooger Strandpromenade. BILD: Antje Hagemann
„Sambatruppe“
Mit gelben Warnwesten sind auch das Ehepaar Wibke Voigt und Eddi Dorn mit Freundin Sabine Jahnke aus Dortmund im Einsatz. Sie unterstützten den Nordseelauf zum zweiten Mal. Seit über 20 Jahren besuchen sie regelmäßig die Insel, sind treue Teilnehmer am Aktiv-Programm der Kurverwaltung und Fans von Trainer Marc Steffen. Über ihn sind sie an ihren Posten gelangt.
Eingeteilt sind sie an verschiedenen Positionen Nähe Westingstraße, Ecke Peterstraße. Nachdem der letzte Läufer an ihnen vorbeigelaufen ist, treffen sich die drei an der Anton-Günther-Straße, Höhe Elisabeth-Anna-Straße. Wie auch im vergangenen Jahr hatten sie sich dort verabredet, um die Läufer auf den anstrengenden letzten Metern kurz vor dem Ziel anzufeuern.
„Wir stehen bewusst hier vor dem Ziel, denn nach zehn Kilometern ist hier noch der Berg zum Schluss – das ist zehrend! Da braucht man Unterstützung!“ Voigt weiß, wovon sie redet, denn sie hat auch schon an mehreren Läufen teilgenommen. Der Fun-Faktor sei hoch. Das sah man den dreien auch an und vor allen Dingen hörte man es: Laut und rhythmisch riefen sie die Namen der passierenden Läufer, wenn die auf den Startnummern zu lesen waren, klatschten und schepperten mit einem Schneebesen in einem Edelstahltopf, der ordentlich Kratzer bekam. Das hielt sie jedoch nicht auf. „Wir haben lange in Berlin gelebt und wissen daher, wie Marathon geht. Da gehört eine Sambatruppe an die kritischen Punkte – da muss gepuscht werden“, lachte Dorn.
Freude bei Läufern
Viele Läufer bedankten sich beim Vorbeilaufen und freuten sich ganz offensichtlich. „Ihr macht mich ganz schnell!“, rief jemand. Eine Läuferin kehrte sogar um und spendete den Anfeuernden Beifall, bevor sie weiter Richtung Ziel lief.
Ein wenig zögerlicher lärmte Mats Radßuhn aus Köln mit den anderen. Der 16-jährige ist Praktikant bei der Sportanimation der Kurverwaltung und wurde an der Position zum Streckenposten eingeteilt. Er ließ sich von den Dortmundern mitreißen und rief auch mit: „U-we! U-we! Elfrie-de! Elfrie-de!“ Er kenne den Marathon sonst nur aus der Teilnehmerperspektive und wisse, wie gut es tut, wenn man angefeuert wird. Jahnke nahm sich nochmal Topf und Schneebesen: „Meine Hände sind schon ganz blau vom Klatschen und die Stimme ist ruiniert! Aber es macht so einen Spaß“, lachte sie.
Bei der Siegerehrung wurden die besten Läufer ausgezeichnet. BILD: Antje Hagemann
Die Tagessieger bei der Etappe auf Wangerooge sind Sandra Sahlmann vom TSV Neuenwalde mit 36,57 Minuten und Max Wallinda vom LGO Dortmund mit 33,53 Minuten. Ein Gewinner-Shirt ging bei diesem Lauf an einen Dortmunder. Für die drei Dortmunder Streckenposten haben alle irgendwie gewonnen und dafür belohnten sie sich nach diesen eineinhalb Stunden Arbeit erstmal, indem sie ihre „Stimmen ölten“.
