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Jubiläum Hier lernen die Insulaner schwimmen

Wangerooge - Die Insel Wangerooge hat sich in den vergangenen Jahren erheblich weiterentwickelt: Hotels wurden gebaut, Restaurants eröffnet, das Veranstaltungsprogramm ausgebaut – vieles von dem, um auch Gäste in der Nebensaison etwas bieten zu können. Dass überhaupt Gäste in den Wintermonaten, nach Wangerooge fahren, war nämlich nicht immer so. Der Startschuss dafür wurde vor genau 50 Jahren abgefeuert, mit der Eröffnung des Kurmittelhauses.

Am 20. Januar 1968 schrieb die NWZ über den Fortschritt des 3,5 Millionen DM teuren Baus, die Überschrift: „Kurmittelhaus kennt keine Krisen“. Gemeint war damit die Aussage von Bäderexperten, dass die Einrichtung unabhängig vom Wetter genutzt werden kann – und somit der ganzjährige Kurbetrieb gesichert sei.

„Keine Wünsche offen“

„Die Einrichtung des Hauses läßt keine Wünsche offen: Zwölf Wannenbäder sind für Seewasser-Badekuren mit Unterwassermassage eingeplant, Massage-, Gymnastik- und -Inhalierräume ermöglichen den Badeärzten eine umfassende Therapie, und die Kneipp-Abteilung bietet demnächst die Gewähr, daß man auch an der Küste „kneippen“ kann. Der Clou des Hauses ist ein 8 X 16 Meter großes Meerwasserschwimmbad mit einem Hebeboden. Er ermöglicht es, die Wassertiefe zu regulieren. Bei Kinderkuren wird beispielsweise der Hebeboden soweit ausgefahren, daß die Wassertiefe nur 60 Zentimeter beträgt. Die Heizungsanlage des Hallenbades sorgt gleichzeitig für wärmere Temperaturen im benachbarten bereits bestehen Meerwasser-Freibad.“

Am 29. Mai wurde das neue Kurmittelhaus dann nach zweijähriger Bauzeit offiziell eröffnet und eingeweiht. Extra dafür angereist: der damalige niedersächsische Finanzminister Alfred Kubel. Denn er war auch ein für die vier Staatsbäder Bad Pyrmont, Bad Nenndorf, Norderney und Wangerooge verantwortliches Mitglied der Landesregierung. Und der weihte das Bewegungsbecken im Kurmittelhaus sogar höchstpersönlich ein. Sein damaliges Fazit nach dem Schwimmen: „Einfach herrlich!“

Der unbeliebtste Dienst

Eher so gar nicht herrlich fanden die damaligen Rettungsschwimmer von Wangerooge ihre Aufsicht am Bewegungsbecken. Einer von ihnen: Axel Stuppy. „Es war für uns Rettungsschwimmer der mit Abstand ungeliebteste Dienst“, erinnert sich Stuppy noch heute schmunzelnd. Denn viel lieber wollten die Männer nach draußen an den Strand. „Wir haben immer die Kollegen beneidet, die auf den Türmen Badezeit hatten, während man selbst bei 30 Grad Lufttemperatur und 1,20 Meter Wassertiefe sehnsüchtig dem Feierabend entgegen blickte.“


Stuppy war es dann auch, der 1984 im Bewegungsbecken Wassergymnastik angeboten hatte – „bei sehr großer Resonanz.“ Das ist bis heute so geblieben – denn die Gymnastik wird noch immer im Bewegungsbecken angeboten.

Auch Armin Kubiak, der als Kind mit der Familie nach Wangerooge zog, hat noch Erinnerungen an das Bewegungsbecken – dort hat er früher schwimmen gelernt. „Da ich in meiner alten Heimat nie schwimmen gelernt habe, war ich dort dann mit Abstand der Älteste und kam mir komisch vor.“ Aber später hat es ihm dann doch Spaß gemacht.

Kubiak war damit nicht der einzige, denn so ziemlich alle Wangerooger Kinder haben im Bewegungsbecken ihre ersten Schwimmerfahrungen gesammelt – und tun es noch. Heute arbeitet Armin Kubiak selbst im Kurmittelhaus, das jetzt zum Komplex „Gesundheitszentrum Oase“ gehört.

Ein kleines Geschenk

Übrigens: Bei der Eröffnung des Kurmittelhauses 1968 war auch der damalige Landrat von Friesland Karl Harms dabei. Und der brachte als „Geschenk“ die Nachricht mit, dass sich der Kreis einstimmig entschlossen habe, Gesellschafter der Wangerooger Flughafen GmbH zu werden. Dadurch könne auch die Weiterentwicklung des Flugplatzes intensiv gefördert werden, so Harms – was schließlich eine weitere Weiterentwicklung auf der Insel Wangerooge bedeute. Doch das ist eine andere Geschichte...

Antje Brüggerhoff
Antje Brüggerhoff Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt
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