Wangerooge - Die Zugvogeltage im Nationalpark niedersächsisches Wattenmeer enden am Sonntag, 22. Oktober. Seit dem 14. Oktober gab es dazu auch auf Wangerooge viele verschiedene Angebote, Mitmachaktionen und Vorträge, aber auch thematische Gottesdienste und Andachten. So betitelte die evangelische Kirchengemeinde den Sonntagsgottesdienst „Frei wie ein Vogel?!“ und bei der Andachtsreihe von montags bis freitags verkündete Inselpastor Jan Janssen aus der Welt der Zugvögel.

Ein völlig neues Format bot die katholische Kirchengemeinde St. Willehad an: Pfarrer Egbert Schlotmann lud im Rahmen der Zugvogeltage erstmals zu einem Watt-Gottesdienst ein. Dabei sollte die Feier für jeden zugänglich sein, „über alle Grenzen und Religionen hinweg“, wie es im Programm hieß. Gut 20 Personen verschiedener Konfessionen und aller Altersklassen, darunter auch sechs Kinder, fühlten sich angesprochen und folgten der Einladung zu dem ungewöhnlichen Austragungsort. Egbert Schlotmann freute sich jedenfalls, dass dieses „Novum“ so gut angenommen wurde: „Die Menschen haben sich einfach darauf eingelassen. Ein Gottesdienst, relativ frei und spontan. Es war ein Gespräch, ein Gedankenaustausch. Wir haben auch mal Stille gehalten und den Vogelstimmen gelauscht.“

Eine Stunde für ein Innehalten, etwas gehen im Watt und den Blick auf das gelenkt, was einem dort begegnete. Freiheit und Weite, darum ging es an diesem Morgen bei dem spirituellen Naturerlebnis. Analog dazu wurden entsprechende Stellen aus der Bibel frei erzählt, in der das Bild des Vogels eine Rolle spielt. So wird der Geist Gottes etwa als Taube dargestellt oder als Kundschafterin in der Geschichte von Noahs Arche. Schlotmann ist sich sicher, dass es zu den kommenden Zugvogeltagen eine Fortsetzung geben wird.