Hooksiel - Die Urkunde lag schon lange parat und die goldene Ehrennadel musste schon manches Mal geputzt werden. Jetzt klappte es schließlich mit der Auszeichnung für Dörte Salverius aus St. Joost, die 17 Jahre lang den Wassersportverein Hooksiel geführt hat. Hans Hüser, Vorsitzender des Regionalverbandes Segeln Weser-Ems, hatte beides im Gepäck, als er zur Jahreshauptversammlung des WSV aus Leer anreiste.
Dörte Salverius war die einzige Frau Deutschlands an der Spitze eines Segelvereins, als sie 2003 den Vorsitz übernahm. Energisch, zielorientiert und unaufgeregt führte sie den Verein mit seinen rund 350 Mitgliedern. Salzwasser hat die gebürtige Wangeroogerin quasi mit der Muttermilch aufgesogen. Ihr Elternhaus stand am Wattenmeer: Bei der Sturmflut 1962 trennten nur wenige Meter ihr Kinderzimmer von der tosenden Nordsee.
Die Tätigkeiten
Zur Tätigkeit der 1. Vorsitzenden zählte die Verwaltung einer umfangreichen Liegenschaft mit Sommer- und Winterplätzen für die rund 100 Boote des Vereins, der Betrieb des Vereinshauses am Hooksmeer und die Organisation zahlreicher Veranstaltungen. Mehrfach wurde sie im Amt bestätigt. Vor drei Jahren verzichtete sie auf eine mögliche Wiederwahl. Neben den Vereinsgeschäften brachte sie sich in vereinsübergreifende Arbeit des Regionalverbandes Segeln in Weser-Ems und des Segler-Verbandes Niedersachsen ein. Als Vertreterin des Wassersports gehörte sie zudem einige Jahre dem Beirat für den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer an.
Früher eine Ausnahme
Als Dörte Salverius ihr Amt vor 20 Jahren antrat, war sie eine Ausnahme. Inzwischen wird sogar der Deutsche Segler-Verband als Spitzenorganisation des Segelsports mit 190 000 Mitgliedern in 1300 Vereinen von einer Frau geführt. Hansi Hüser dankte ihr für ihr andauerndes Engagement, denn als Pressewartin und gelernte Redakteurin gehört sie seit 26 Jahren dem WSV-Vorstand an. Die Urkunde trägt noch das Datum ihres Rückzugs: Februar 2020. So lange gab es keine reguläre Hauptversammlung mehr.
