Varel - „Das Warten hat sich gelohnt. Vieles wird schlechter, in der Weberei wird es besser. Die Weberei ist aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht“, sagte Erster Stadtrat Dirk Heise am Montagabend in der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Familien und Soziales. Vor Beginn der Sitzung hatten die Ausschussmitglieder die Räume des Vareler Jugendzentrums in Augenschein genommen.
Neu im Team
In der Sitzung präsentierten die Sozialarbeiterinnen Claudia Gerdes und Luise Brandner das Konzept des Jugendzentrums und der städtischen Jugendpflege. Gemeinsam mit dem Pädagogen Tim Efing sind sie die Ansprechpartner für die Besucher des Zentrums. Dort ist jede und jeder im Alter von 10 bis 26 Jahren willkommen. Das Vareler Jugendzentrum soll für die Kinder und Jugendlichen ein Ort des Vertrauens sein, an dem sie offen über ihre Probleme und Sorgen sprechen können. „Wir helfen ihnen erwachsen zu werden“, sagte Luise Brandner. Die 28-jährige Sozialarbeiterin verstärkt das Team des Vareler Jugendzentrums Weberei seit Mitte März. Ein wichtiger Faktor in der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen sei die Beziehungsarbeit, sagte Luise Brandner. Viele der Kinder und Jugendlichen hätten persönlichen Gesprächsbedarf, da sie ab einem gewissen Alter Probleme lieber mit ihnen oder ihren Freunden, anstatt den eigenen Eltern besprechen würden.
Zweimal in der Woche gibt es einen Kindernachmittag (7 bis 12 Jahre) und mittwochs einen Mädelsabend. An diesem Abend gehört das Jugendzentrum ganz den Besucherinnen und Claudia Gerdes sowie Luise Brandner bieten einen geschützten Raum für Themen, die die Mädchen interessieren.
Mit großem Erfolg wie sich zeigt, da die Zahl der Besucherinnen des Jugendzentrums in den vergangenen zwei Jahren stark gestiegen ist. Doch wie bei so vielen Dingen stößt auch das Team des Jugendzentrums Weberei bei seiner Arbeit an Grenzen. So mangelt es an Computern und einem WLAN-Zugang, um die Jugendlichen beispielsweise besser bei Bewerbungsschreiben oder Hausaufgaben unterstützen zu können.
Mobile Arbeit
Axel Neugebauer (Zukunft Varel) kündigte an, dass seine Gruppe einen entsprechenden Antrag bei der Verwaltung einreichen werde, um dieses Problem zu beheben. Darüber hinaus erklärten die beiden Sozialarbeiterinnen, dass ein Bauwagen für die mobile Arbeit des Weberei-Teams wünschenswert wäre. Denn damit könnten sie noch weiter in die Lebenswelt der Jugendlichen vordringen, Orte wechseln und Kinder und Jugendliche erreichen, die aufgrund mangelnder Mobilität ansonsten keine Gelegenheit haben, das Jugendzentrum Weberei zu besuchen.
