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Weniger Heizen in Gotteshäusern In den Kirchen wird es kalt

Jule Hauken
Die St. Stephanus-Kirche Schortens bleibt kalt. Mit zwölf Grad werden Orgel und Altar geschützt.

Die St. Stephanus-Kirche Schortens bleibt kalt. Mit zwölf Grad werden Orgel und Altar geschützt.

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Jeverland - Dass die Energiekosten steigen, merken alle: auch die evangelischen Kirchen im Jeverland haben von der ev.-luth. Landeskirche Oldenburg die Empfehlung erhalten, ihre Kirchen nicht mehr als nötig zu heizen. Die Gebäude sind oft alt, groß und wenig energieeffizient. Was das für die einzelnen Kirchengemeinden bedeutet, beraten die Gemeindekirchenräte.

Heizen auf Minimum

Die ev.-luth. Landeskirche Oldenburg empfiehlt ihren Kirchengemeinden, im Winter das Heizen von Kirchen drastisch zu reduzieren und wo immer möglich auf das Heizen zu verzichten. „Neben den diakonischen und seelsorglichen Aufgaben müsse Kirche und Diakonie mit einem erheblich reduzierten Energieverbrauch dazu beizutragen, die Auswirkungen der Energiekrise auf das Leben der Menschen zu mildern“, schreibt die Landeskirche Oldenburg in einer Mitteilung.

Zwischen 6. Januar und Ostern wäre der Verzicht auf Gottesdienste oder auf Konzerte in den Kirchen am effektivsten, rät die Landeskirche Oldenburg. Stattdessen könnte das Gemeindehaus oder eine andere kleine, leicht temperierbare Kirche in Kooperation mit anderen Gemeinden als „Winterkirche“ genutzt werden. Bei einem Verzicht auf das Heizen könnte die Grundtemperatur in den Kirchen unter Umständen auf bis zu fünf Grad abgesenkt werden.

Niedrige Temperaturen

Peter Trester, der Gemeindekirchenratsvorsitzende aus Schortens, beschreibt für die St. Stephanus-Kirche ähnliche Pläne, wie sie die Landeskirche empfiehlt: Um die Orgel und den Altar zu erhalten und dem Denkmalschutz Genüge zu tun, bleibt dort die Temperatur bei kühlen zwölf Grad. So soll Energie eingespart werden, da für Veranstaltungen und Gottesdienste dann nicht mehr stärker geheizt werden muss. Die sollen stattdessen im Rahmen der Winterkirche in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche stattfinden. Die Kirche ist nämlich in den 60er-Jahren gebaut und wesentlich kleiner, das macht sie zumindest etwas energieeffizienter.

„Mit der Winterkirche wollen wir dann auch früh starten und machen das Ende vom Wetter und den Außentemperaturen abhängig“, erklärt Trester. Auch in der Gustav-Adolf-Kirche und der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche sollen die Temperaturen trotzdem reduziert werden, soweit das möglich ist.

Die Kirchengemeinden um Hohenkirchen gehen sogar einen Schritt weiter: Nicht nur die Winterkirche findet im weiterhin beheizten Gemeindehaus statt, dort sollen auch diejenigen, die im Winter nicht mehr heizen können, im Warmen Zuflucht finden und möglicherweise sogar verköstigt werden.

Pastorin Franziska Kempcke aus Sande berichtet aus dem Gemeindekirchenrat: „Wir haben beschlossen, die Kirchen zu den Gottesdiensten nicht mehr stark zu heizen und Decken anzuschaffen.“ Eine Grundtemperatur wird es aber weiter geben, um die Orgel nicht zu schädigen. „Wir planen und setzen uns intensiv mit dem Thema Energiesparen auseinander. Dazu haben wir eine Handreichung der Landeskirche.“

Auch in Jever wird das Thema heiß diskutiert: „Wir hätten nie gedacht, uns mit so etwas auseinandersetzen zu müssen“, sagt Birgit Graalfs, stellv. Vorsitzende des Gemeindekirchenrats. Da vor Januar bis März mit Reformationstag, Erntedank, Totensonntag, Advent und Weihnachten inklusive Konzerte noch einiges stattfinden wird, soll die Stadtkirche geöffnet bleiben. Allerdings wird auch hier die Temperatur auf acht Grad gehalten und bei Veranstaltungen nur noch auf zwölf Grad geheizt. „Das heißt: warm anziehen“, sagt Graalfs. Auch die Gottesdienste werden kürzer.


Ein Drahtseilakt

„Das Gemeindehaus, auf das wir dann eventuell ab Januar für eine kleinere Winterkirche ausweichen, bleibt bei höchstens 19 Grad. Auch die Veranstaltungen dort ziehen wir enger zusammen, um nicht unnötig oft zu heizen.“

Es wurde ebenfalls abgewogen, ob die Corona-Lage Veranstaltungen in kleineren Räumen überhaupt zulassen wird, wie die Feuchtigkeit in der Kirche durch zu niedrige Temperaturen beeinflusst wird und wie der Stromverbrauch der Kirche niedrig gehalten werden kann. Lampen, die bisher nach und nach durch energiesparende ersetzt wurden, werden nun auf einen Schlag umgerüstet.

„Es ist ein Drahtseilakt: Es müssen finanzielle und Verantwortungs-Aspekte berücksichtigt werden, aber gleichzeitig soll die Kirche besonders in diesen schweren Zeiten Freude verbreiten und Trost spenden.“

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