Sande - Für die insolvente Wiking Helikopter Service GmbH haben sich zahlreiche Interessenten gemeldet. Das teilt Dr. Christian Kaufmann von der Pluta Rechtsanwalts GmbH (Oldenburg) mit, der als vorläufiger Insolvenzverwalter mit seinem Team inzwischen den Investorenprozess für das Unternehmen gestartet hat und Gespräche mit potenziellen Investoren führt. Kaufmann wird im Sanierungsteam von Rechtsanwalt André Gildehaus und Betriebswirt Jürgen Schendel unterstützt.
Gute Zukunftschancen
„Das große Investoreninteresse an Wiking stimmt mich sehr optimistisch für die Zukunftschancen des Betriebs“, sagt Kaufmann. „Wir rechnen mit ersten unverbindlichen Angeboten in den kommenden Wochen.“ Diese Angebote werden anschließend umfassend analysiert. Außerdem prüfen Kaufmann, Gildehaus und Schendel auch sämtliche weitere Sanierungsoptionen für das Helikopterunternehmen.
Das auf dem Jade-Weser-Airport in Mariensiel ansässige Unternehmen befindet sich seit Mitte Juni im Insolvenzantragsverfahren. Grund dafür sind die Auswirkungen der Pandemie sowie gestiegene Kosten und eine ungünstige Finanzierungsstruktur. Beim Amtsgericht Wilhelmshaven wurde der Insolvenzantrag gestellt. Erklärtes Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb mit den Sanierungsinstrumenten der Insolvenzordnung wieder zukunftsfähig aufzustellen.
In den vergangenen zwei Wochen stabilisierte das Pluta-Team zusammen mit der Geschäftsführung den Geschäftsbetrieb. Dieser läuft normal weiter und alle Flüge können planmäßig absolviert werden. Zudem hat bereits der vorläufige Gläubigerausschuss getagt, der über den Stand des Verfahrens informiert wurde.
Das ist Wiking
Die Wiking Helikopter Service GmbH führt von verschiedenen Basen aus Helikopterflüge und -transporte durch. So fliegt Wiking Wartungspersonal zu den Offshore-Windkraftanlagen und Lotsen zu den Schiffen, die den Tiefwasserhafen Jade-Weser-Port ansteuern. In der Deutschen Bucht sind Schiffe ab einer bestimmten Größe oder mit einer bestimmten Ladung verpflichtet, einen Seelotsen an Bord zu nehmen, der den Kapitän bei der Fahrt und der Navigation in den jeweiligen Seerevieren unterstützt. Um die Seelotsen zu versetzen, werden unter anderem die Wiking-Hubschrauber eingesetzt. Das Unternehmen beschäftigt rund 130 Mitarbeiter. Deren Gehälter sind für drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert.
