Hooksiel - Wer dieser Tage am alten Hafen von Hooksiel entlang schlendert, kann wieder das Wikingerschiff „Tyrkir“ bewundern. Vor einer Woche war es aus bislang noch unbekannten Gründen gesunken. Jetzt liegt es wieder aufrecht auf dem Wasser. Besitzerin Michaela Hußmann und viele weitere helfende Hände haben das möglich gemacht. Wie genau, das erzählt die Besitzerin im Gespräch mit unserer Redaktion.
Unterstützung
„Wir haben am Samstag um 9 Uhr mit der Hebung begonnen“, sagt Hußmann. Im Vorfeld konnte die Tyrkir bereits einigermaßen gesichert werden. „Wir haben sie die ganze Woche stabilisiert und versucht, sie mit Schwimmkörpern und Hebesäcken anzuheben“, sagt die Besitzerin. Der Plan war, das Schiff mit diesen Mitteln so weit wieder zu richten, dass es mit Kranunterstützung hätte gehoben werden können. Allerdings war der Verlauf der Arbeiten so positiv, dass am Ende gar kein Kran notwendig war.
Das Wikingerschiff , das eine Nachbildung eines „echten“ Wikingerschiffes ist, ist 14 Meter lang und wurde 2001 in Wilhelmshaven gebaut. Die „Tyrkir“ besteht aus Eichenholz und kann etwa 25 Passagiere beherbergen.
Besitzerin Michaela Hußmann bietet seit sieben Jahren Erlebnisfahrten über das Hooksmeer im Wangerland an. Die Tyrkir ist ein hundertprozentiger Nachbau eines Drachenbootes.
Am vergangenen Freitag meldete sich dann Tobias Wäcken vom Technischen Service Wäcken (TSW) bei Hußmann und bot seine Hilfe an. „Keiner wusste wieso, weshalb, warum und eine Bergung mit Kran wäre wahrscheinlich zu gefährlich gewesen, da es sonst hätte auseinanderbrechen können“, sagt er. „Wir haben das Know-how und Material und da hab ich einfach gefragt, ob wir uns das zusammen anschauen wollen.“
Hußmann zeigt sich dankbar für die Hilfe. „Wir haben dann einen Plan gemacht und überlegt, wie wir die Hebegurte unter das Schiff bekommen können“, sagt sie. Bis dahin waren die einzelnen Schwimmkörper nicht mit dem Schiff verbunden. Mit der Unterstützung des TSW konnte dann eine Verbindung zwischen Kiel und den Auftriebskörpern geschaffen werden.
Durchhaltevermögen
Bis in die Nacht von Samstag auf Sonntag schufteten die Mitarbeiter des TSW und andere Helferinnen und Helfer. Um 2.30 Uhr war es dann geschafft.
Durch die Verbindung zwischen Schwimmkörper und Kiel wurde so viel Auftrieb erzeugt, dass sich der obere Rand der Tyrkir wieder über der Wasserlinie befand. „Dann konnten wir das Schiff leer pumpen“, sagt die Besitzerin. Aufschluss, warum das Schiff gesunken war, gebe es nicht. Auch das Ausmaß des Schadens sei noch unklar. „Das interessiert uns alle brennend, aber wir wissen nichts“, sagt Hußmann. „Wir sind einfach froh, dass der Rumpf vollständig ist. Eine endgültige Beurteilung ist aber erst nach der vollständigen Untersuchung in der Werft möglich.“
Momentan werde alle vier bis fünf Stunden kontrolliert, wie der Zustand des Schiffes ist. „Ein besonderer Dank geht an die Firma TSW, die haben einen super Job gemacht“, sagt die Besitzerin der Tyrkir. „Mich hat vor allem das Durchhaltevermögen beeindruckt, das ist keine Selbstverständlichkeit, bis in die Nacht zu schuften und nicht aufzuhören.“
