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Wilhelmshavener Reisebüros Die Sehnsucht nach Urlaub ist groß

Meike Hinze

WIlhelmshaven - Die Reiselust ist wieder da: Nach anderthalb Jahren in der Pandemie beraten die Wilhelmshavener Reisebüros ihre Kunden seit gut zwei Wochen auch wieder im persönlichen Gespräch vor Ort und haben dabei viel zu tun.. „Wir freuen uns, den Kunden endlich wieder Reisen zu verkaufen und nicht nur Stornierungen auf dem Tisch zu haben“, sagt Manuela Mathiak Bümmerstede vom TUI ReiseCenter in der Grenzstraße. Denn genau das war in den vergangenen Monaten das Hauptgeschäft. Wegen Corona konnten Urlaube nicht angetreten werden, Hotels und Strände blieben leer. „Die meisten Kunden sind mit 100 Prozent Erstattung raus gekommen.“

Für die Reisebüros bedeutet das aber auch, dass sie an all diesen Reisen kein Geld verdient haben – trotz immensen Aufwands, den sie mit Stornierungen oder Umbuchungen auf einen späteren Zeitpunkt hatten. „Wir bekommen erst dann unsere Provision, wenn der Kunde im Flieger sitzt“, erklärt Bümmerstede.

Ein wenig Sorge, dass es erneut zu einer Storno-Welle kommen könnte, schwingt daher mit, räumt sie ein. Und auch die Arbeit ist mehr geworden. Zum Kerngeschäft komme die Beratung zu Einreisebedingungen, Formularen und Dokumenten hinzu. Es überwiege aber die Freude, den Kunden wieder glücklich machen zu können. „Reisen ist wie eine Glückspille und dieses gute Gefühl spüren wir schon bei der Planung.“

Aktuell beschäftigen sich diese Planungen vor allem mit Zielen in Griechenland oder Spanien. „Gebucht wird nicht nur für den Sommer, sondern auch schon viel für nächstes oder übernächstes Jahr.“

Deutschen Reedereien sind stark nachgefragt

Griechenland und Spanien stehen auch bei den Wünschen im Reisebüro Kusch in der Posenerstraße ganz oben auf der Liste. „Auch Kreuzfahrten, vor allem von deutschen Reedereien sind stark nachgefragt“, sagt Katja Weißenfels. Im Mittelmeer oder um die Kanaren werden die mit Landgang angeboten. Ab Deutschland gehe es derzeit noch auf „blaue Reise“ – also ohne das Schiff während des Urlaubs zu verlassen. Ausgelastet sind die Schiffe zu 60 Prozent – und die Kunden laut Weißenfels auch ohne Landgang zufrieden. „Die Sehnsucht nach Urlaub ist groß“, sagt sie. Und das unabhängig vom Impfstatus. „Auch viele Familien mit Kindern buchen für den Sommer Flugreisen.“


Maja Sluottig vom Reiseland Reisebüro in der Gökerstraße hat indes beobachtet, dass die meisten Ungeimpften die Reise für den Herbst terminieren. „Weil sie hoffen, dann auch geimpft zu sein“, vermutet sie. Aktuell buchen bei ihr viele Menschen, die bereits beide Impfungen bekommen haben. „Gefragt sind für den Sommer Griechenland und Spanien vor allem wegen der guten Einreisebedingungen.“

Viele Fernreisen, beispielsweise in die USA, sind ohnehin noch nicht möglich. „Für Herbst und Winter ist die Nachfrage nach Kreuzfahrten bei uns sehr groß.“

Diese Nachfrage bestätigt Britta Salewski vom Lufthansa City Center in der Börsenstraße. „Viele Kunden haben während der Pandemie konkrete Wünsche entwickelt und setzen diese jetzt um.“

Auf einen späteren Zeitpunkt umzubuchen

Mit einer wenig Sorge sieht sie, dass in der Öffentlichkeit eine Art Zwei-Klassen-Gesellschaft wahrgenommen wird: Die geimpften Menschen, denen die Welt wieder offen steht, und diejenigen ohne Impfschutz, die sich für einen Urlaub mit dem Auto entscheiden (müssen). „Familien buchen im Moment oft ein Ferienhaus in Deutschland.“

In allen vier Reisebüros ist seit der Pandemie noch etwas anders: Die Frage nach einer Reiserücktrittsversicherung beantworten die Kunden mittlerweile alle mit „ja“. Die Versicherer haben reagiert, ihren Schutz um Covid erweitert – nicht nur im Krankheitsfall, sondern auch um eine Quarantäne.

Zudem gibt es bei fast allen Veranstaltern die so genannten Flex-Option. Die Kunden können damit ohne Angabe von Gründen bis zu 14 Tage vor der Reise davon zurücktreten – und bekommen den vollen Betrag erstattet. „Sollte das Bauchgefühl plötzlich gegen die Flugreise sprechen oder die Corona-Zahlen am Urlaubsort leicht steigen, verliert kein Kunde Geld“, erklärt Salewski. Bei Kreuzfahrten gebe es die Möglichkeit, bis zu 30 Tage vor Reisebeginn auf einen späteren Zeitpunkt umzubuchen – ebenfalls ohne Angabe von Gründen.

„Für die Veranstalter ist die Flex-Option eine Möglichkeit, die Menschen wieder zum Reisen zu bekommen“, sagt Bümmerstede, „das klappt gut.“

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