Wilhelmshaven/Friesland - Ein Rundgang durch diverse Supermärkte und Discounter zeigt: Es wird wieder gehamstert. Fürchteten während der Corona-Pandemie viele offenbar vor allem um Engpässe beim Toilettenpapier, bei Nudeln und Hefe, sind dieses Mal zusätzlich noch weitere Lebensmittel sehr gefragt: So sind Regale mit Weizenmehl und Sonnenblumenöl vielerorts leergekauft. In Wilhelmshaven etwa beim Combi-Markt an der Bismarckstraße, wie ein Besuch der Redaktion ergab. Hinweise auf eingeschränkte Abgabemengen gab es dort jedoch noch nicht.
Warum gerade Öl?
Grund für die riesige Nachfrage nach Speiseöl ist offenbar die Sorge vor Engpässen, weil Deutschland weitgehend von Importen abhängig ist und die Ukraine 51 Prozent des weltweiten Exports an Sonnenblumenöl abdeckt. Allerdings: Bei anderen Speiseölen, so beim Rapsöl, ist laut Experten überhaupt kein Engpass in der Herstellung zu befürchten. Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels sagt, eine Angst vor Engpässen sei unbegründet. Er appelliert an die Verbraucher, Hamsterkäufe zu unterlassen.
Das sagen die Verbrauchermärkte
„Die Situation ist gerade sehr dynamisch“, erklärte eine Unternehmenssprecherin von Edeka Minden-Hannover auf Anfrage unserer Zeitung. „Aktuell können wir in enger Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten eine ausreichende Versorgung mit allen Produkten des täglichen Bedarfs sicherstellen.“
Bei bestimmten Produkten wie Speiseölen, Mehl und Toilettenpapier könne es aber zu kurzzeitigen Lieferengpässen kommen, räumt Edeka ein. Kunden sollten dann die Alternativen im Sortiment prüfen. „Je nach Situation vor Ort rufen selbstständige Kaufleute ihre Kunden auch dazu auf, nur haushaltsübliche Mengen bestimmter Artikel einzukaufen. Darüber hinaus monitoren unsere Einkäufer die Bestände sehr genau und haben die Situation im Blick“, so die Sprecherin.
„Die Warenversorgung in den Filialen unserer Handelssparten ist grundsätzlich sichergestellt. Lediglich bei einzelnen Produkten kann es zu Lieferverzögerungen kommen“, sagte Lidl-Sprecherin Isabel Lehmann. Allerdings gebe es auch hier genügend Alternativen. „Unabhängig von der aktuellen Situation geben wir unsere Waren wie bisher nur in haushaltsüblichen Mengen ab. Mit unseren Lieferanten und Logistik-Dienstleistern stehen wir in enger Abstimmung.“
Einige Produkte bewusst aus dem Sortiment genommen
Die Bünting-Gruppe bietet einige Produkte auch bewusst nicht mehr an: „Als verantwortungsbewusstes Handelsunternehmen haben wir entschieden, Produkte russischer Lieferanten auszulisten, um in unseren Combi- und Famila-Märkten sicherzustellen, dass kein Nachschub mehr geliefert wird“, teilt Bünting-Pressesprecherin Martina Monsees auf Anfrage mit. „Hamsterkäufe können wir noch nicht verzeichnen. Es lässt sich jetzt noch nicht abschätzen, wie sich die aktuellen Geschehnisse auf die Lieferkette auswirken werden.“
