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Nächste Planungsetappe für Hybriden Energiepark Sande Strom aus Wind und Sonne neben der Autobahn

Drohnenblick in den Windpark Sande: Hier soll ab 2023 zusätzlich auch Freiflächen-Fotovoltaik Energie erzeugen.

Drohnenblick in den Windpark Sande: Hier soll ab 2023 zusätzlich auch Freiflächen-Fotovoltaik Energie erzeugen.

Gruppe Gödens

Sande - Die Planungen für den hybriden Energiepark Sande sind wieder ein Stück vorangekommen. Mit der Änderung des Flächennutzungsplanes hat der Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt vor kurzem den Weg freigemacht für die vorgesehene Sonderbaufläche im bestehenden Windpark Sande und dem Bebauungsplan zugestimmt. Der sagt aus, dass die Flächen grundsätzlich geeignet sind für den Bau von Freiflächen-Fotovoltaik. Im nächsten Verfahrensschritt geht es nun in die öffentliche Auslegung und die frühzeitige Bürgerbeteiligung.

Nochmal 95 Megawatt

Die Schloss-Gödens-Gruppe um Maximilian von Wedel beabsichtigt in ihrem Windpark und in daran angrenzenden Flächen nördlich des Ems-Jade-Kanals und westlich der Autobahn 29 Freiflächen-Fotovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 95 Megawatt zu installieren. Der Sander Gemeinderat hatte dem Projekt bereits Ende 2021 zugestimmt. Für die weitere Umsetzung des hybriden Energieparks mussten in separaten Verfahren auch zwei Bebauungspläne geändert werden. Insgesamt geht es dabei um zwei Flächen von 69,5 Hektar sowie um 91,8 Hektar.

Bislang ist die Fläche ein reiner Windpark, in dem acht Anlagen mit insgesamt 22,3 Megawatt Leistung stehen. Mit dem Aufbau von Freiflächen-Fotovoltaikanlagen soll das Areal zur Energieerzeugung auch die Sonne einfangen und so zu einem hybriden Energiepark weiterentwickelt werden. Durch die Fotovoltaik-Anlage und den bestehenden Windpark sollen jährlich fast 90 000 Tonnen CO 2 eingespart werden. Baubeginn für die Fotovoltaikanlagen soll von Wedel zufolge Anfang 2023 sein. Bereits zum Jahresende 2023 soll aus dem Hybriden Energiepark Sande grüner Strom für rechnerisch etwa 50000 Durchschnittshaushalte fließen.

Gewusel an Leitungen

Apropos fließen: Die Fläche ist heute schon ein Geflecht zahlreicher unterirdischer Leitungen: Hier fließen Öl und Trinkwasser, Strom und Daten und auch die Leitung für das LNG-Terminal muss hier noch durchgebaut werden. Der Netzbetreiber Tennet zieht hier außerdem die Strippe für seine neue 380kV-Leitung durch und auch Amprion verlegt durch diese Flächen die 525kV-Höchstspannungsleitung von Wilhelmshaven Richung Hamm. Das bei den Sonderbauflächen noch etwas Landwirtschaft möglich sein soll, mag CDU-Ratsherr und Landwirt Reemt Borchers kaum glauben: „Da bleibt für die Landwirtschaft und Milcherzeugung nichts mehr übrig.“

Die Veränderungen im Bebaungsplan sehen unter anderem vor, dass die Fotovoltaik-Anlage auch unterhalb des Radius der Rotorblätter der Windräder stehen können. Abstände zu bestehenden Leitungstrassen müssen eingehalten und verbindlich festgesetzt werden. Kompliziert dürfte es werden, das Gewusel von Leitungen im Blick zu behalten: denn neben der bestehenden soll noch eine neue Hochspannungsleitung hier durchgebaut werden. Auch Masten müssen versetzt werden. Das alles in einem auch unterirdischen Leitungsflecht, das sich teils auch kreuzt, und Abstände zu Gewässern, Straßen und Autobahn einhalten muss.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever
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