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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

20 Prozent Anteil für die Bürger

06.04.2016

Sandelermöns 20 Prozent Bürgerbeteiligung: So lautet das Angebot der Windpark Sandelermöns GmbH & Co KG an die direkten Anwohner des geplanten Windparks im Bereich Sandelermöns-Grappermöns-Sandel. Am Montagabend stellten die Windpark-Geschäftsführer Thorsten Hinrichs und Theo Eilers Anliegern, Grundstückseigentümern und Kommanditisten, rund 90 Personen, vor, was möglich wäre – wenn denn der Windpark mit sechs Windrädern tatsächlich gebaut werden kann.

Zurzeit läuft das dazu erforderliche Planverfahren von Stadtverwaltung und Stadtrat. Erst im Spätsommer, wenn alle Daten vorliegen, wird der Stadtrat entscheiden, ob überhaupt etwas möglich ist (die NWZ  berichtete).

„Wir wollen von Anfang an transparent informieren, die Leute mitnehmen und Vertrauen aufbauen – nur so werden Projekte erfolgreich“, betonte Thorsten Hinrichs. Die Windpark-Gesellschaft nehme Kritik und Ängste der Gegner des Vorhabens ernst und wolle weitere Themenabende anbieten, zum Beispiel zu Infraschall und Schlagschatten, kündigte er an.

Für Frieden im Dorf

Und noch etwas liegt ihm am Herzen: „Es gibt ein Leben nach der Planung: Ob die Mühlen später stehen oder nicht – ich möchte, dass wir uns im Dorf dann noch in die Augen sehen und gemeinsam feiern können“, betonte er. Denn die Windparkpläne stoßen auf Gegenwind: Die Bürgerinitiative „Weitblick Sandelermöns“ kritisiert insbesondere die von der Gesellschaft bei der Planung ins Auge gefassten Abstände von 500 Metern zwischen Windrädern und Wohnhäusern als zu gering. Die Initiative um Udo Cremer fordert 1000 Meter Abstand.

Doch „größere Abstände gefährden den Ausbau der Windenergie“, berichtete Carlo Reeker von der Geschäftsführung des Bundesverbands Windenergie: Pauschale Abstandsregelungen wie die zehnfache Höhe in Bayern reduzierten die Flächen für Windparks massiv. Deshalb sei es sinnvoll, im Einzelfall zu entscheiden, welche Abstände notwendig seien.

Reeker stellte kurz die Kampagne „Wind bewegt“ des Lobbyverbands vor. Ziel sei es, die Akzeptanz von Windenergie zu steigern. „Zentraler Baustein dabei ist die Bürgerbeteiligung“, betonte er.

Was beim Windpark Sandelermöns an Bürgerbeteiligung möglich sein könnte, ist zurzeit offen. „Die Politik muss die Weichen stellen“, sagte Theo Eilers: Als Geschäftsführer der Windpark GmbH Abens-Nord in Wittmund stellte er vor, wie dort Bürgerbeteiligung funktioniert. Die Stadt Wittmund hat mit der Windpark-Gesellschaft 2005 einen städtebaulichen Vertrag über 12,5 Prozent Beteiligung abgeschlossen. 95 Wittmunder konnten sich mit 2500 Euro beteiligen – die Rendite liegt bei über 22 Prozent. Auch für den dritten Abschnitt des Windparks Abens laufen Verhandlungen über Bürgerbeteiligung zu 20 Prozent, zu welchen Konditionen ist zurzeit noch offen, berichtete Eilers.

Mit 20 Prozent Bürgerbeteiligung plant auch die Windpark-Gesellschaft Sandelermöns – die Ausgestaltung ist offen. Im Boot ist dabei die Volksbank Jever, für die Joachim Biele zwei Beteiligungsmodelle vorstellte. Zum einen ist an Sparbriefe gedacht, wie sie die Volksbank für die Windparks Bassens I im Wangerland und in Sande aufgelegt hat.

Idee der Genossenschaft

Für Bassens betrug das Sparbrief-Volumen 1,5 Millionen Euro, 800 Wangerländer erwarben einen Sparbrief mit 7 Prozent Verzinsung – die durchschnittliche Beteiligung liegt bei 1875 Euro. In Sande erwarben 400 Personen einen der mit 5,5 Prozent verzinsten Sparbriefe im Gesamtvolumen von 600 000 Euro.

Dass sich das kaum lohnt, stellte Udo Cremer von „Weitblick Sandelermöns“ heraus: „Selbst wenn ich einen Sparbrief für 5000 Euro kaufe, verdiene ich bei 7 Prozent Verzinsung nur 300 Euro im Jahr – das entspricht gerade mal der Summe, die ich jedes Jahr als EEG-Umlage zahlen muss“, rechnete er vor. Sein Vorschlag: „Kaufen Sie mir mein Haus ab – in bester Lage am geplanten Windpark. Dann habe ich auch etwas davon.“

Ein weiteres Beteiligungsmodell, das Biele vorstellte, ist die Gründung einer Bürgergenossenschaft, die entweder als Eigentümerin einer Windkraftanlage auftreten könnte, oder sich als Kommanditist an der GmbH & Co KG beteiligt.

Für Immo Müller, der sich als Ratsmitglied im Wangerland mit den dortigen Windpark-Plänen befasst und auch selbst Windpark-Betreiber ist, ist „der Sparbrief kein Mittel der Bürgerbeteiligung, sondern reines Alibi“. Er könne nur die Gründung einer Genossenschaft oder Beteiligungsgesellschaft empfehlen: „Diese Modelle haben erheblich mehr Chancen auf Akzeptanz. Und sie lohnen sich finanziell“, betonte Müller.

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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