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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Alte Fotos gegen das Vergessen

06.12.2014

Varel „Wie heißt nochmal dieser Sportler hier?“ Die junge Frau hält fragend ein Foto hoch. Darauf zu sehen ist Sepp Maier, ehemaliger Bayern-Torwart und Fußball-Weltmeister von 1974. Das Bild ist Teil eines Brettspiels für demenzkranke Menschen. Erfunden wurde es von Schüler der Gesundheits- und Krankenpflegeschule am St.-Johannes-Hospital.

Dafür hatten sich die jungen Leute zuvor über das Krankheitsbild, Defizite und Einschränkungen von Patienten aus dem St.-Marien-Sift informiert. Auf dieser Grundlage entstanden das Brettspiel. „Es besteht aus Karten mit Aufgaben. Wenn man diese löst, darf man mit seinem Spielstein eine Position vorrücken“, erläutert Christina Arends die Regeln.

Bei den Bildern wird Wissen abgefragt, das bei den Patienten manchmal tief verborgen liegt. „Es war gar nicht so einfach, die Bilder herauszusuchen“, berichtet Janin Lübben: „Es mussten Personen zu sehen sein, die früher bekannt waren“ – wie eben Sepp Maier, oder Komiker Heinz Erhard oder Showmaster Rudi Carrell. Zudem gibt es Aufgaben, bei denen Gerüche erkannt werden müssen.

„Anhand der Patientengeschichte haben wir uns Gedanken gemacht, welche Möglichkeit sie noch haben, zu spielen und wie motorisch eingeschränkt sie sind“, erläutert Marcel Freihöfer. So sei ihnen die Idee zu dem Brettspiel gekommen, das es – je nach Demenzgrad – in drei Schwierigkeitsstufen gibt.

Eine zweite Schüler-Gruppe entwickelte eine „Gefühlswelt“. Diese beinhaltet eine Fühlbox, in die der Spieler beide Hände steckt und Gegenstände durch Tasten erkennen muss. „Wir haben uns auf Alltagsgegenstände konzentriert, die die Leute von früher her auch kennen“, sagt Andrea Ehrich.

In dem Kasten liegen beispielsweise ein alter Rasierpinsel, eine Schuhbürste ein Quietsche-Entchen oder auch Werkzeuge. „Die sind auf den Beruf bezogen, den die Patienten früher ausübten“, erklärt Lisa Ries. Anhand eines Fotos, das dem Spieler gezeigt wird, muss der das Gegenstück aus der Box ziehen.

Mit den Patienten probierten die Schüler dann die Spiele aus. „Ich war sehr gespannt, ob alles klappt“, sagt Tabea Grunau. „Ein Torwart muss Ruhe ausstrahlen. Er muss aber aufpassen, dass er dabei nicht einschläft“, hat Sepp Maier einmal gesagt. Das kann man sich merken.


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Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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