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Feuer in Sandkrug
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Aktualisiert vor 3 Minuten.

Sichtbehinderungen
Feuer in Sandkrug

NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Ausgeschlossen aus der digitalen Welt

07.08.2018

Altgödens Geht es um die Versorgung mit schnellerem Internet per Breitband, so sind die Einwohner von Altgödens und Hohemey vollkommen unzufrieden und schnell „auf die Palme“ zu bringen. Die beiden kleinen Ortschaften links und rechts des Friedeburger Tiefs gehören zu jenen „weißen Flecken“, bei denen sich der Breitbandausbau aus unternehmerischen Gründen weder bei der Telekom, noch bei der EWE rentiert. Sie gehören zu jenen Bereichen, die für beide Anbieter als unwirtschaftliche Einheiten gelten und deshalb auf die Hilfe der Landkreise Friesland und Wittmund angewiesen sind.

Die erhalten Bundes- und Landeszuschüsse, um möglichst viele der rund 6300 Haushalte anschließen zu können. Doch das Geld wird nicht reichen, um auch die letzten Winkel der Landkreise auszubauen.

„Wir wohnen an den äußersten Zipfeln beider Landkreise, sitzen daher auch zwischen allen Stühlen und offenbar am A. . . der Welt“, sagt Heinz Blumberg, mit Ehefrau Hannelore einer von sieben Haushalten in dem zur Gemeinde Friedeburg gehörenden Hohemey. Eine Besonderheit: Hohemey und das Horster Grashaus haben Telefonanschlüsse mit Sander Vorwahl. Auf der östlichen Seite des Grenzflusses sind rund 20 Haushalte in dem zu Sande gehörenden Altgödens betroffen.

Große Probleme

Die Probleme sind auf beiden Seiten groß. Da kommen Mails mit Anhang nur schleppend an oder sie hängen sich auf. Blumberg stieg deshalb schon auf Funk (LTE) aus Friedeburg um, kommt dort auf maximal drei bis vier MB – und zahlt dafür mehr als andere. Großer Nachteil: Keine Flatrate, keine Filme – denn die Übertragung verlangsamt sich ab 40 GB extrem und zwar je nach Tageszeit.

Weitere Nachteile entstehen, weil LTE kein öffentliches IP (Internet Protocol als Grundlage des Internets) wie im kabelgebundenen Internet hat. Das ist aber für die Fernwartung, für Spiele und andere Dinge notwendig.

Was aber, wenn alles auf IP-Telefonie – also Internettelefonie – umgestellt wird? „Ins Internet gehe ich nur noch mit dem Handy und da muss ich oft auf den Boden steigen, weil ich nur dort Netz habe. Anrufe zu einem für mich wichtigen Krankenhaus in Bremen werden unter Hinweis auf das Internet nicht abgenommen“, berichtet Hannelore Blumberg.

Verbindung Glückssache

Mehrere umliegende Landwirte sind nicht in der Lage, die per Internet geforderten Daten an Ämter und Behörden durchzugeben. Es geht dabei um Bestellungen von Futtermitteln, Meldungen über Geburten, Zu- und Verkäufe von Tieren, Ohrmarkenbestellungen, die Rinder-Datenbank HIT und andere Dienstleister. „Oft geht ein ganzer Vormittag verloren, bis eine Verbindung aufgebaut ist“, sagt eine Bäuerin. Schnell mal eine E-Mail oder WhatsApp an Freunde, Bekannte oder Lieferanten zu schreiben, ist kaum möglich.

Doch was tun, wenn ein Notarzt oder ein Krankenwagen gebraucht wird? Selbst der Kadaverwagen könne nur per Internet angefordert werden. Probleme auch beim Horster Grashaus, das einen Hofladen und ein Hofcafé betreibt und oft nicht erreichbar ist, sowie bei Handwerksbetrieben in Altgödens.

Einen Ausweg aus dem Dilemma sucht Inge Lange aus Hohemey 2. Seit Oktober 2017 korrespondiert sie mit Telekom und EWE – und kommt keinen Schritt weiter. Ihr Call & Surf Comfortvertrag mit der Telekom bringt nur 384 KB oder gar nichts, Updates sind nicht möglich oder brechen ab. Um auf dem Laufenden zu sein, schließt sie ihren Laptop bei Verwandten in Nachbarorten an. „Das Landwirtschaftsblatt wäre per Internet im Jahr 40 Euro billiger und auch meine Tageszeitung kann ich nicht per E-Paper lesen“, sagt sie. „Infos über die Bundesnetzagentur bleiben unerreichbar.“

Nicht mehr zeitgemäß

Auch die Telekom räumt in einem Antwortschreiben ein, dass die geringe Datenrate nicht mehr zeitgemäß ist. Sie resultiere aus der 6,5 Kilometer langen Kupferleitung von der Betriebsstelle Sande bis Hohemey. Aus wirtschaftlichen Gründen sei man nicht in der Lage, den Breitbandausbau dort durchzuführen.

Die Telekom verweist auf die Landkreise: In Friesland soll ab Herbst der Breitbandausbau starten – das Netz wird an EWE-Tel verpachtet. Erwartet wird, dass so etwa 95 Prozent der Haushalte mit mehr als 30 MBit/s ans Netz angeschlossen werden.

Keine Garantie also, dass Altgödens und Hohemey dabei sein werden, zumal auch nach dem Breitbandausbau fünf Prozent Haushalte weiterhin „trommeln“ müssen und ohne schnelles Internet bleiben.

Inge Lange wandte sich kürzlich hilfesuchend an den Rat der Gemeinde Friedeburg und den Landkreis Wittmund. Die Antwort steht noch aus.

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