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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Wie Jürgen Janssen die Flohmärkte rettete

20.08.2018

Altjührden Rund 10 000 Besucher schlenderten am Sonntag über den „Sonntagsfloh“ bei Möbel Maschal – 10 000 Menschen, die sich ein anderes Ausflugsziel hätten suchen müssen, wenn nicht ein Mann dafür gekämpft hätte, dass große Flohmärkte in Niedersachsen weiterhin an Sonntagen stattfinden dürfen. Jürgen Janssen, der die „Flohmaxx“-Märkte unter anderem beim Famila-Markt in Varel und bei Ikea in Oldenburg veranstaltet, hat sich mit dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg im vergangenen Jahr nicht abgefunden. Schließlich ging es um seine Existenzgrundlage.

Leben für den Flohmarkt

Damit er weiterhin die Flohmärkte veranstalten kann, hat der 49-jährige Oldenburger die Politiker in Hannover überzeugt. Und weil er das geschafft hat, konnte auch Jörg Grützmann von der „Sonntagsfloh“-Gesellschaft am Wochenende wieder zum großen Flohmarkt auf dem Gelände von Möbel Maschal in Altjührden einladen. Er hatte am Sonntag Jürgen Janssen zu seinem Flohmarkt eingeladen, um ihm „Danke“ zu sagen.

„Als ich das letztes Jahr gehört habe, dass das Oberverwaltungsgericht Lüneburg an Sonn- und Feiertagen große Flohmärkte verboten hat, konnte ich es gar nicht glauben“, sagt der 64-Jährige. Flohmärkte seien schließlich sein Leben und er habe echten „Trennungsschmerz“ gespürt, als er hörte, dass die Stadt Varel dem Gerichtsurteil gemäß alle Flohmärkte bei Maschal und bei Famila verboten hat. „Ich habe dann überlegt, ob man mit Demonstrationen etwas machen könnte“, sagt Jörg Grützmann.

Aber da war Jürgen Janssen schon einen Schritt weiter: Er hat sich mit anderen Flohmarktveranstaltern aus Niedersachsen in Hannover getroffen. Weil die FDP das Thema Sonntagsflohmärkte nach der Landtagswahl wieder aufgegriffen hat, sollte in einem Landtagsausschuss darüber gesprochen werden. „Ich habe mir gedacht: Es ist doch wichtig, dass auch Veranstalter der Märkte in dem Ausschuss dabei sind und ihre Sicht der Dinge darstellen“, sagt Jürgen Janssen. „Deswegen habe ich Kontakt zu den Oldenburger Landtagsabgeordneten Hanna Naber von der SPD und Esther Niewerth-Baumann von der CDU aufgenommen. Und mit ihrer Hilfe haben wir es erreicht, dass zwei Vertreter der Veranstalter, ein Kollege aus Wolfsburg und ich, an der Ausschusssitzung teilnehmen durften.“

Die Sitzung sollte im April stattfinden. Vorher hat Jürgen Janssen Politiker aller Parteien, die im Ausschuss für Sport und Inneres sitzen, getroffen und mit ihnen darüber gesprochen, welche Bedeutung die Flohmärkte seiner Meinung nach für die Menschen haben: Er hat Werbung gemacht für die Großveranstaltungen.

Event für alle

„Es geht hier ja nicht nur ums Kaufen. Die Leute gehen hin, um an den Ständen zu schauen, um Interessantes zu finden, um andere Menschen zu treffen und vielleicht noch etwas zu essen. Ein Flohmarkt ist gerade sonntags ein Ausflugsziel für alle Bevölkerungsschichten, weil er keinen Eintritt kostet“, sagt der „Flohmaxx“-Veranstalter. Das hat er auch Vertretern der Gewerkschaften und der Kirchen erzählt, die ebenfalls zur Ausschusssitzung geladen waren. Und er hat sie überzeugt. „Fünf, sechs Mal war ich in Hannover. Das war intensive Arbeit, aber für mich wirklich gelebte Demokratie.“

In der Landtagssitzung am 19. Juni haben dann alle Fraktionen zugestimmt: Es soll Ausnahmen von der Sonn- und Feiertagsregel geben. Die Kommunen können große Sonntagsflohmärkte erlauben – und Varel tut das. Ganz zur Freude von Jörg Grützmann und den rund 10 000 Besuchern, die jedes Mal auf das Gelände bei Möbel Maschal strömen, wenn beim „Sonntagsfloh“ wieder die Stände öffnen.

Sandra Binkenstein
Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2506

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