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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Am Anfang stand der Tanz bei Junker

15.05.2013

Osterforde Eine Eiserne Hochzeit zu feiern, 65 Jahre Ehe, das ist schon etwas Seltenes. Walter und Auguste Schlosser leben seit einiger Zeit im Senioren- und Pflegeheim Osterforde: „Uns gefällt es sehr gut hier“, erzählen sie. Geheiratet hatten sie am 15. Mai 1948.

Auguste Gabrieljürgens stammt aus Zetel. In ihrer Jugend war es üblich, nach der Schule in einem Haushalt zu arbeiten, später saß sie zwei Jahre am Postschalter. Danach übte sie den Beruf der Weißwäschenäherin aus. Auf einem Ball im „Landgasthof Junker“ in Bockhorn lernte sie beim Tanz Walter Schlosser kennen.

Gelernter Kaufmann

Schlosser wurde in Kulm geboren, im Sudetenland. Der gelernte Kaufmann wurde im Oktober 1944 zum Arbeitsdienst eingezogen, kam später zur Wehrmacht, geriet in Gefangenschaft, wurde in Brüssel interniert, im Oktober 1945 wieder freigelassen.

„Ich hatte niemand“, erinnert er sich. 2500 Sudentendeutsche waren in dem Lager, „man kannte sich“, wie Schlosser sagte. Gemeinsam mit einem Kumpel machte er sich auf den Weg nach Bockhorn, dort wohnte eine Tante von ihm. Für die beiden Kameraden gab es dort am ersten Abend gleich Granat: „Den hatte ich vorher noch nie gesehen, ich dachte, das seien Engerlinge.“ Walter Schlosser musste sehen, wie er klar kam: „Ich hatte nichts als die alte Uniform.“ Er backte Brot bei den Bäckern Lameyer und Hilbers, arbeitete für Logemann auf dem Sägewerk. Zwischendurch holte er seine Mutter zu sich. Nach der Hochzeit 1948 lebten die Schlossers zunächst im alten Munilager in Osterforde.

Am Grabhorner Weg in Osterforde eröffneten die Schlossers 1950 ein Milchgeschäft – bis 1993 sollte es Bestand haben. Zunächst verkauften sie Milch, Butter und Sahne, dann kamen andere Lebensmittel hinzu, und Walter Schlosser fuhr auf eigene Rechnung Brot von Bäcker Fröllje aus. Mittendrin ein ungewöhnliches Ereignis: Mit fremdem Pass fuhr Schlosser ins ostzonale Thüringen und brachte seine Großmutter nach Friesland, „schwarz über die Grenze“, wie er sagt.

Während seine Frau hinter der Ladentheke stand, zog Schlosser als Milchkontrolleur von Bauernhof zu Bauernhof. 44 Jahre lang machte er das, bis 2003, auch die Zuchtbücher führte er. Schlosser war im Vorstand des Boßelvereins und der Dorfgemeinschaft Osterforde; er gehörte zu den Mitbegründern der Siedlergemeinschaft Osterforde. Und er rief den SV Osterforde ins Leben, der dann in der Fußballabteilung des TuS Bockhorn aufging (später der Ballverein Bockhorn). Lange war Schlosser auch Schiedsrichter.

Politisch aktiv

Gemeinsam mit Rudolf Wendler und Albert Onken gründete Schlosser 1964 die Unabhängige Wählergemeinschaft Bockhorn. 32 Jahre lang, 1964 bis 1996, war er Vorsitzender, mittlerweile ist er Ehrenvorsitzender. 1995 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande. In Bockhorn war er von 1968 bis 1981 stellvertretender Bürgermeister.

„All das war nur möglich, weil mich meine Frau immer unterstützt und mir den Rücken frei gehalten hat.“ Nun kann das „eiserne“ Ehepaar gemeinsam mit Tochter Elisabeth Hüper und Sohn Werner Schlosser sowie vier Enkeln und zwei Urenkeln feiern.


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