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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Aqua Toll erst Mitte 2018 wieder toll

06.01.2017

Schortens Am Beckenrand sind großflächig Fliesen herausgebrochen, irgendwer hat eine der großen Fenster an Südfassade des Freizeitbades eingeworfen, eine Sperrholzplatte deckt das Loch im Fenster ab. Auf dem Boden sind allerhand Edelstahl-Armaturen, Werkzeugkisten, Spinte und vergessene Schwimmspielzeuge verteilt. Um das große Schwimmbecken ist ein Bauzaun aufgestellt worden, damit hier kein Arbeiter hin­einstürzt und sich die Knochen bricht. Es riecht nach bröseligem Beton, Altmetall und von der Flex verbranntem Stein. Das Wasser ist längst abgelassen, Böden und Becken sind mit staubigen Plastikplanen und dicker Pappe abgedeckt, alle Technik ist abgeschaltet. Am Aqua Toll ist gerade nichts mehr toll.

Streitthema seit 2012

Seit 2012 ist das Schortenser Schwimmbad, das lange Jahre jährlich mehr als hunderttausend Besucher aus Nah und Fern anzog, wegen des großen Sanierungs- und Modernisierungsaufwandes eines der größten Sorgenkinder und politischen Streitthemen der Stadt. Vor vier Jahren wurde der Erlebnisteil abgesperrt und seit einhalb Jahren ist das Bad inzwischen komplett geschlossen. Und das sieht man auch.

DAs Schortenser AquA Toll – Eine Chronologie und Vorläufige Schadensbilanz

März 2012: Bei einer Überprüfung der Deckenkonstruktion werden größere Feuchtigkeitsschäden festgestellt. Die haben auch die Leimbinder als Tragkonstruktion des Dachs in Mitleidenschaft gezogen.

April 2012: Als Vorsichtsmaßnahme wird der Erlebnisbereich des Bades mit Whirlpool, Dampfbädern und Rutsche geschlossen.

Juni 2012: Das politische Gezerre um den Fortbestand des Bades beginnt.

Januar 2013: Die Gastronomie im Aqua Toll schließt.

Juni 2013: Eine Ratsmehrheit spricht sich für sechs Millionen Euro als Kostenobergrenze für die Badsanierung aus. Geplante Wiedereröffnung: Mitte 2015.

März 2014: Sondersitzung des Rates; der Grundsatzbeschuss pro Bad und zum Rückbau zum Sportbad fällt. Termin für die Bad-Wiedereröffnung: Mitte 2016.

April 2014: Die Idee der externen Energiezentrale wird vorgestellt – Straßenlaub soll das Bad beheizen.

November 2014: Die Kosten steigen, Pläne werden abgespeckt. Das Aus droht.

Dezember 2014: 300 Bürger demonstrieren für das Bad. Kreis und Rat stimmen für Bad; Neue Kostenobergrenze: 6,4 Mio. Euro

Mai 2015: Das Aqua Toll schließt. Die Kosten steigen erneut, die Kostenreserve schrumpft; Der Ratsbeschluss droht zu kippen.

Juli 2015: Erneute Ratsmehrheit pro Bad.

Oktober 2016: Auftragsvergaben

Januar 2017: Baubeginn. Wiederöffnung: Mitte 2018

Nun aber geht es los mit dem Großprojekt „Aqua  Toll- Sanierung“: Seit ein paar Tagen ist ein Trupp von Arbeitern im Bad, die Schränke zerlegen, Armaturen abmontieren, Türen und Spinte herausnehmen und alles sortieren und einlagern, was später im Schwimmbad, im Freibad oder in anderen Einrichtungen der Stadt noch gebraucht und wiederverwendet werden kann. „Wir bauen alles aus, danach wird das Bad vollständig entkernt“, sagt einer der Vorarbeiter. Die große Rutsche gehört nicht dazu. Die kommt in die Altmetallverwertung.

6,4 Millionen Euro sind laut Ratsbeschluss das Maximum, was die Sanierung kosten darf. Dafür soll das Bad zum Sportbad mit kleinem Saunaangebot und Kinderbecken zurückgebaut werden. Der Erlebnisteil verschwindet – spätestens Anfang Februar sollen die Bagger anrollen und den Anfang der 1990 Jahre angebauten Erlebnisteil abreißen. An dieser Stelle wird das Bad um ein paar Meter verlängert und „geradegezogen“. Dort entsteht später der neue kleine Saunateil des Bades.

„Acht Wochen sind für den Teilabbruch und den Rückbau bis auf das Betonskelett und die Betonsanierung des alten Hallenbades geplant“, sagt Bauamtsleiter Theodor Kramer. Bei Kramer und dem Klimamanager der Stadt, Karsten Töpel, laufen die Fäden für das Sanierungsprojekt zusammen. „Das Bad wird komplett entkernt und quasi in den Rohbauzustand zurückversetzt“, sagt der Bauamtschef. Am März wird dann nach und nach alles saniert, modernisiert, energetisch und technisch auf den neuesten Stand gebracht. Dach, Fassaden, Fenster, Bädertechnik, Lüftungstechnik, Licht – alles wird erneuert und Barrierefreiheit hergestellt. 92 Prozent der Bauleistungen sind ausgeschrieben und die Aufträge vergeben.

Das große Sportbecken und das kleinere Kinderbecken bleiben erhalten. Auf der Seite zur Mühlenstraße entsteht zudem ein neues Kinderbecken und ist Platz für eine Liegeterrasse.

Rund um das Bad ist großflächig ein Bauzaun gezogen worden. Parkplatz und die Wiese hinter dem Bad sind abgesperrt und dürfen aus haftungsrechtlichen Gründen nicht betreten werden.

Laub soll Energie liefern

Zum Gesamtprojekt Aqua Toll gehört auch die externe Energiezentrale. Die Hallenkonstruktion entsteht ab Sommer hinter dem Bad zwischen Bolzplatz und Grundschule. Die Energiezentrale wird mit getrocknetem Laub befeuert und soll Bad und Schule mit Wärme versorgen. 750 000 Euro soll die Anlage kosten, 76 000 Euro fließen als Zuschuss vom Bund.

Die Bauzeit für die Gesamtmaßnahme soll rund 18 Monate betragen. Fertigstellung und Wiedereröffnung des Bades sind für den Sommer 2018 vorgesehen – sofern es keine Überraschungen gibt. Ob der Name Aqua Toll erhalten bleibt, ist fraglich. Der wurde 1990 im Zuge der Erweiterung zum Freizeitbad ersonnen.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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