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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Tourismus: Bahn verteidigt Preisgestaltung für Inselverkehr Loch in Urlaubskasse

17.08.2011

WANGEROOGE Die Fähr- und Fahrpreise zur Insel Wangerooge sind ein „leidiges Thema“, sagt der Vorsitzende Wangerooger Verkehrsvereins, Josef Mende. Immer wieder beschwerten sich Inselgäste über hohe Fährpreise und Zusatztarife für Gepäck.

Allerdings herrscht auf der Insel Ratlosigkeit, wie im Fährverkehr für mehr Wettbewerb gesorgt werden könnte. „Ich würde mich über Konkurrenz sehr freuen“, betont Mende. Ihm sei aber auch klar, dass es aufgrund der Kombination von Fähre und Bahn schwer ist, alternative Anbieter zu finden.

Wie berichtet, hat die Landeskartellbehörde die Marktsituation im Fährverkehr zu den sieben Ostfriesischen Inseln untersucht. Dabei habe sich der Verdacht bestätigt, dass bei den Fährlinien kein Wettbewerb herrscht und sich damit auch keine Marktpreise bilden können, sagte Landeswirtschaftsminister Jörg Bode (FDP). „Wir werden auch in Zukunft genau hingucken“, so der Minister. Er betonte aber auch, dass es aktuell keinen hinreichenden Missbrauchsverdacht gegen einzelne Fährverbindungen gebe.

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Der Fährverkehr nach Wangerooge wird von der Schifffahrt- und Inselbahn Wangerooge betrieben, ein Tochterunternehmen der Bahn AG. Deren Sprecher Egbert Meyer-Lovis bestreitet den Vorwurf, die Preise seien nicht marktgerecht. Bei der Kalkulation müssten die besonderen Bedingungen des Fährverkehrs nach Wangerooge berücksichtigt werden. So sei das Zeitfenster aufgrund der Gezeiten sehr knapp. In der Hochsaison und zum Bettenwechsel seien bis zu vier Schiffe nötig, um alle Passagiere befördern zu können, im Winter sei nur ein Schiff unterwegs – zuweilen mit einstelligen Passagierzahlen. Außerdem müssten die Schiffe speziell für das flache Fahrwasser konstruiert werden. Ein weiterer Kostenfaktor sei die Inselbahn.

Nach Einschätzung von Wangerooges Bürgermeister Holger Kohls sind die Fahrpreise mit Blick auf die Fahrtstrecke und die zusätzliche Bahnverbindung vom Hafen ins Inseldorf im Verhältnis zu den anderen Inseln nicht auffallend hoch. Aber auch er höre immer wieder Beschwerden über die Anreisekosten. Die Frage, wie auf der Fährlinie für mehr Wettbewerb gesorgt werden kann, stelle allerdings auch ihn vor Rätsel.

Dass mit dem Fährverkehr nach Wangerooge Geld verdient werden kann, ist auch der Inselgemeinde bewusst. „Ich hätte nichts dagegen, wenn die Fähr- und Bahnverbindung ein kommunaler Betrieb wäre“, betont der Bürgermeister.

Vor gut fünf Jahren hatte sich die Inselgemeinde nach einer entsprechenden Ausschreibung der Bahn um den Kauf der Fährlinie beworben. Nach einem aufwendigen Bieterverfahren, für das Wangerooge auch teure Gutachter beauftragte, zog die Bahn das Angebot zurück.

Wenn man mit Kind und Kegel auf die Insel Wangerooge reist, das Familiengepäck und möglicherweise noch Fahrräder mitnimmt, dann wird schon im Hafen Harlesiel ein großes Loch in die Urlaubskasse gerissen. Bei vielen Gästen sorgt das für Unmut – und insgeheim fragen sie sich, ob der Preis für die Überfahrt gerechtfertigt ist. Genau hier liegt das Problem, das jetzt auch die Landeskartellbehörde anprangert: Es gibt – bis auf die Inselflieger – keinen richtigen Wettbewerb im Inselverkehr. Entsprechend schwer ist für Außenstehende auch, die Preiskalkulation der Bahn zu beurteilen.

Sicher ist, dass der Fährverkehr nach Wangerooge rentabel ist – viele meinen sogar, er sei höchst lukrativ. Wäre die Gemeinde Betreiberin der Fährverbindung, gäbe es zwar nicht mehr Wettbewerb – der Gewinn würde aber auf der Insel bleiben.

Die Fahrtstrecke mit der Fähre vom Hafen in Harlesiel zur Insel Wangerooge ist etwa acht Kilometer lang, anschließend geht es mit der Inselbahn über vier Kilometer vom Inselhafen ins Dorf. Die Überfahrt dauert 45 bis 60 Minuten, der Fahrplan ändert sich aufgrund der Gezeiten täglich.

Der reguläre Fahrpreis für die Kombistrecke beträgt 18,10 Euro für Erwachsene und 10,90 Euro für Kinder (6 bis 14 Jahre). Die Hin- und Rückfahrt kostet 30,10 Euro beziehungsweise 18,10 Euro.

Reisegepäck kostet extra: Für ein Gepäckstück bis 30 Kilogramm muss drei Euro, für die Hin- und Rückfahrt 5,70 Euro bezahlt werden. Die Mitnahme eines Fahrrads kostet 11 Euro pro Strecke.

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