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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Warum trägt dieser Hund eine gelbe Schleife?

03.11.2016

Jeverland Wenn Birgit Müller aus Hooksiel mit ihrem Hund spazieren geht, dann musste sie bisher immer gut aufpassen. Denn ihr Hund ist im Training und sollte nicht einfach ohne weiteres angefasst und gestreichelt werden. Abstand ist wichtig. Aber nicht jeder Mensch weiß das.

Dafür soll es jetzt eine Lösung geben, oder vielmehr: dafür gibt es schon länger eine Lösung, doch überall angekommen ist sie noch nicht. Mit der Aktion „yellow dog“, also „gelber Hund“, können Hundebesitzer mit einem gelben Halstuch oder einer gelben Schleife an der Leine schon von weitem deutlich machen, dass der Hund in Ruhe gelassen werden soll.

„Dafür kann es ja verschiedene Gründe geben“, sagt Birgit Müller. „Nicht nur, weil der Hund gerade im Training ist, sondern auch, wenn er krank ist oder es ihm nicht gut geht.“ Andere Möglichkeiten: Der Hund ist läufig, er ist alt und müde, er ist ängstlich oder einfach unsicher.

Birgit Müller findet es schade, dass diese Aktion im Jeverland noch nicht angekommen ist. „Wenn es sich nur mehr verbreiten würde, dann wüssten auch mehr Menschen, was die gelbe Schleife oder das gelbe Halstuch bedeuten.“

Genau darin sieht Jacqueline Schober das Problem. Sie ist Hundetrainerin und hat auch schon von diesem Projekt gehört. Ursprünglich kommt die Idee aus Schweden, wird aber auch schon in Italien, Dänemark, England und den Niederlanden genutzt.

„Aber richtig bekannt ist das vor allem hier im ländlichen Raum noch nicht“, weiß sie. „Und so weiß kaum einer, was die gelbe Schleife bedeuten könnte.“ Genausogut könnte die Schleife auch einfach so zur Leine gehören oder – von weitem schwer erkennbar – eine daran festgeknotete Kottüte sein. „Viele Hundehalter binden sie nämlich an die Leine.“

An sich findet Jacqueline Schober eine Markierung wie die gelbe Schleife nicht schlecht. „Der Grundgedanke ist gut“, betont die Hundetrainerin. „Aber es gibt eben auch Nachteile, die beachtet werden sollten.“

Neben dem Aspekt, dass die Aktion nicht so weit verbreitet ist, merkt Schober an: „Einige Hundebesitzer versuchen vielleicht, die eigentlich schöne Idee zu missbrauchen – und sich aus der Verantwortung zu ziehen.“ Das heißt: Sie versuchen erst gar nicht, ihren Hunde zu Gesellschaftsfähigkeit zu erziehen. „Und falls dann etwas passieren sollte, ist die Ausrede: Der Hund hatte doch eine gelbe Schleife.“ Und dieser Ansatz sei natürlich falsch.

Die Hundetrainerin ist der Ansicht, dass Hundehalter grundsätzlich keinen Kontakt zwischen Hunden an der Leine zulassen sollten. Angeleinte Hunde sollten sich nicht „begrüßen“. „Kommt mir ein angeleinter Hund entgegen, sollte es selbstverständlich sein, den eigenen, freilaufenden Hund ebenfalls anzuleinen“, sagt Jacqueline Schober.

„Und wenn der Hund aggressiv sein sollte, dann hilft ohnehin nur ein Maulkorb – das ist ein sehr deutliches Zeichen“, sagt sie.

Dafür sollte man sich übrigens nicht schämen, betont Jacqueline Schober. „Hier ist der Maulkorb vielerorts verpönt, aber in anderen Bundesländern ist es ganz normal, einen Maulkorb für die Hunde einzusetzen, und oftmals sogar Pflicht.“

Und schließlich sei am wichtigsten: Das Hundetraining. „Eine gute Erziehung ist einfach wichtig. Man kann viel mit Hunden arbeiten und dafür gibt es gute Trainingsprogramme.“ So lange die Aktion „gelber Hund“ noch so unbekannt ist, hält Jacqueline Schober das für einen guten Weg.

Antje Brüggerhoff Agentur Hanz / Redaktion Jever
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