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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Blick von oben auf Algenblüte

17.07.2008

FRIESLAND /WILHELMSHAVEN Maike Schwitters und Michael Grotjahn gehen regelmäßig in die Luft: Die Technikerin und der Biologe des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) arbeiten auf Norderney und steigen in den Sommermonaten mindestens einmal im Monat in eine Maschine vom Typ „Cessna“.

Hoch hinaus wollen sie allerdings nicht – das weiß der Pilot: In 200 Meter Höhe können sie Veränderungen im Watt oder in den Prielen und Rinnen am besten erkennen.

Schwitters und Grotjahn sind vor allem den Grünalgen auf der Spur, die vor knapp 20 Jahren zum ersten Mal Massenvorkommen entwickelten. „Grünalgenbeläge sind typische Erscheinungsbilder auf hohen und geschützten Wattflächen in warmen Sommermonaten und wurden schon in früheren Untersuchungen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beschrieben“, erklärt Grotjahn. 1989 wurden aber zeitgleich in Schleswig-Holstein und Niedersachsen Massenentwicklungen dieser Algen beobachtet, die deutlich über das bisher bekannte Maß hinausgingen.

Dabei ist eine Massenentwicklung von Grünalgen kein reines Phänomen des Wattenmeeres, sondern weltweit besonders in geschützten Buchten und an Küsten mit vermehrter Nährstoffzufuhr zu beobachten“, sagt der NLWKN-Biologe Marc Herlyn. Sie sind also ein wichtiger Indikator für den Zustand des Gewässers: „Je mehr Grünalgen, desto höher die Nährstoffbelastung“ – auf diese einfache Formel lässt sich das Problem bringen. Meist weisen Grünalgen auf eine relativ starke Belastung mit Nitraten und Phosphaten hin.

Noch im selben Jahr – also 1989 – wurde eine monatliche Flugüberwachung der Wattflächen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen eingeführt. Um das gesamte niedersächsische Wattenmeer zu kartieren, müssen Schwitters und Grotjahn zweimal für jeweils rund anderthalb Stunden in die Luft: Von Norderney aus wird während der Niedrigwasserphase sowohl das westliche Wattenmeer bis zur niederländischen Grenze als auch der östliche Bereich bis zur Mündung von Weser und Elbe einschließlich Jadebusen abgeflogen. Die zwei bis drei Beobachter in der Maschine tragen die Lage, die Ausdehnung und die Bedeckungsgrade der Grünalgenvorkommen in die Seekarten ein.

Doch die Passagiere in der „Cessna“ haben nicht nur einen Blick für Grünalgen: „Die regelmäßigen Flüge bieten uns neben der Algenüberwachung natürlich auch einen guten Überblick über die Situation des Wattenmeers insgesamt“, betont Grotjahn. So wurde im Mai 2008 eine schwarze Fläche westlich der Insel Mellum entdeckt. Analysen von Bodenproben ergaben, dass es sich um Algenmaterial handelte, das durch den Abbauprozess zu verstärkter Sauerstoffzehrung im Wattboden führte.

Im Juni 2008 wurden im Banter See in Wilhelmshaven auffällige algenbedingte Verfärbungen dokumentiert, die nach Rücksprache mit dem ICBM-Terramare in Wilhelmshaven als Blaualgenblüte identifiziert wurde (die NWZ berichtete). Seinerzeit war vorsorglich eine Badewarnung herausgegeben worden.

Inzwischen hat sich die Algenkonzentration nach Angaben der Stadtverwaltung aber wieder deutlich zurückgebildet. Ein Badeverbot bestehe nicht.

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