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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Ambulante Pflege: Ein Spagat zwischen Nähe und Distanz

23.11.2017

Bockhorn Wenn Lena Voß bei ihren Kunden zur Tür hereinkommt, gibt es erstmal eine Umarmung. „Wenn ich Zeit habe, trinke ich mit den Leuten auch schon mal einen Tee“, sagt die 21-Jährige. Sie ist Auszubildende beim Pflegedienst „Bliev to Huus“ in Bockhorn. „Man gehört da schon ein bisschen zur Familie“, sagt Lena Voß. Bei manchen ihrer Kunden bleibt sie länger, bei manchen geht es schneller, je nach dem, was ansteht: Je nach Plan haben die Mitarbeiter der Pflegedienste unterschiedliche Aufgaben. Dazu gehören unter anderem das Waschen und Pflegen der Kunden ebenso wie die Medikamentengabe. „Manchmal wollen sie auch einfach ein bisschen Gesellschaft. Man muss individuell entscheiden. Ab und zu lasse ich mich auch auf einen längeren Schnack ein.“

Wie sollte das auch anders gehen, wenn man die Menschen zu Hause besucht und so oft Zeit mit ihnen verbringt? Wenn man fast so etwas wie ein Teil ihrer Familie wird?

Beziehungen aufbauen

Das ist eben der Spagat, den die Pflegekräfte in der ambulanten Pflege leisten müssen. Patricia Rix arbeitet auch bei „Bliev to Huus“, aber erst seit einem Jahr. Sie ist examinierte Krankenschwester und hat nach dem Examen im OP gearbeitet. „Ich hätte mir früher nie vorstellen können, im ambulanten Pflegedienst zu arbeiten. Aber ich genieße es total. Man sieht seine Patienten regelmäßig und kann eine Beziehung zu den Leuten aufbauen“, sagt die 46-Jährige. „Man erlebt die Menschen bei sich zu Hause, da strahlen sie viel mehr Persönliches aus als im Krankenhaus.“

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Aber was ist, wenn man schon fast zur Familie gehört, wenn man die Menschen in sein Herz geschlossen hat, und dennoch auf die Uhr schauen muss, weil der Besuch nur ein Termin von vielen ist? Was ist, wenn man dem Menschen nicht so helfen kann, wie man es gerne möchte?

„Es ist eine Herausforderung, da die Balance zu halten. Wenn man immer mitleidet, kann man nicht mehr helfen. Man muss sich schon auch distanzieren. Und so persönlich die Arbeit auch ist, man darf sie nicht mit nach Hause nehmen“, sagt Patricia Rix. Und das schafft sie, obwohl sie manche Kunden sogar mehrmals am Tag besucht, deren Tagesabläufe genau kennt und bei manchen einer der wichtigsten Menschen im Leben ist.

30 Mitarbeiter hat das Unternehmen „Bliev to Huus“ in Bockhorn, darunter Krankenpfleger, Altenpfleger, Pflegeassistenten und Betreuungskräfte. Sie kümmern sich um Menschen in Bockhorn, Zetel, Neuenburg und Varel. „Die Nachfrage nach ambulanter Pflege hat sich in den vergangenen Jahren stark erhöht. Das hat sich wirklich drastisch verändert. Ambulante Pflegekräfte werden händeringend gesucht“, sagt Inhaber Peter Kniebeler. Der größte Vorteil der ambulanten Altenpflege ist für Peter Kniebeler das selbstbestimmte Leben seiner Kunden. „Der Mensch kann in seinem gewohnten Umfeld bleiben und seine eigenen Gewohnheiten leben.“

Arbeit bleibt Arbeit

Die Pflegekräfte sind nur Gäste im Haus der Kunden. Deswegen erfordert dieser Beruf nicht nur Fachwissen, sondern auch Charakter und die Bereitschaft, sich auf andere Menschen einzulassen und ein Teil ihres Lebens zu werden. Trotzdem müssen es Pflegekräfte schaffen, sich zu distanzieren, wenn es darauf ankommt. „Ich mag meine Patienten total gerne, deswegen mag ich diese Arbeit ja auch so. Aber es bleibt Arbeit“, sagt Lena Voß.

NWZonline.de/gesundheit
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Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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