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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Ein Krug aus längst vergangenen Zeiten

17.09.2019

Bockhorn Vor 50 Jahren endete die Geschichte der Sagebräu-Brauerei. Vor ungefähr 22 Jahren mussten auch die letzten Gebäude auf dem ehemaligen Brauerei-Gelände einer neuen Siedlung weichen. Wo früher das weit über die Grenzen Bockhorns hinaus bekannte Bier gebraut und abgefüllt wurde, stehen nun Einfamilienhäuser. Einzig und allein ein Straßenschild in Kranenkamp mit der Aufschrift „Sage-Bräu-Straße“ erinnert noch an die Brauerei.

Doch vergessen ist die einzige Brauerei in der Friesischen Wehde nicht. In den Erinnerungen lebt diese Brauereigeschichte weiter, so auch im Kopf eines gebürtigen Zetelers, der jetzt in Frankfurt lebt. Und nicht nur das, der jetzige Frankfurter hat auch ein Stück dieser Geschichte bei sich aufbewahrt: ein Bierkrug in sandig-gelben Tönen gehalten, aus Ton gefertigt und mit den Worten „Sage-Bräu seit 1769“ verziert. Doch in irgendeinem Regal oder Schrank verstauben, das lässt der Frankfurter nicht zu. Wenn er sich ab und zu ein Bier gönnt, dann am liebsten aus dem guten alten Tonkrug.

Alles begann 1769

Die Geschichte der Sagebräu-Brauerei selbst begann, wie der Krug es schon verrät, im Jahr 1769. Begründet wurde sie von Anton Sagemüller, der damals von Neuenburg nach Kranenkamp kam, um ebenfalls eine Müllerei zu gründen. Auch wenn das Geschäft mit dem Bier sehr gut lief und es sich sogar zu einem Exportschlager entwickelte, so musste die Familie Sagemüller auch schon früh Rückschläge verkraften, wie als Napoleon über weite Teile Europas herrschte und die Sturmflut von 1825, die auch Kranenkamp nicht verschonte.

Im Gemeinnützigen war die Brauerei ebenfalls immer wieder ein Thema. Zum ersten Mal am 24. Dezember 1953. „Zwei Jubilare in der Sagebräu-Brauerei“ lautete der Titel. Darin wurde Christoph Sagemüller, Diplom-Braumeister, für seine 25-jährige Tätigkeit als Braumeister, und Wilhelm Meinen für seine 30-jährige Tätigkeit als Bierfahrer und Viehpfleger ausgezeichnet.

Den Sprung in die Moderne wagte die Brauerei im September 1958. Damals wurde die Erneuerung des Sudhauses angekündigt. „Solch ein Bau erfordert einen hohen Kostenaufwand“, sagte der damalige Brauereileiter Siegmund dem Gemeinnützigen. Daher könne man sich so einen Neubau auch nur sehr selten leisten. Die Einführung von vollautomatischen Anlagen sollte nicht nur auch den „verwöhntesten Geschmack befriedigen“, wie es weiter hieß, sondern auch die Kapazität erweitern.

1969 war Schluss

Nachdem es am 13. Juni 1959 nach 190 Jahren Brauereibetrieb noch in unserer Zeitung hieß, „daß der Name Kranenkamp nicht nur in heimischen Bereichen auch in Zukunft einen guten Klang haben wird“, endete die Geschichte 1969. Der Brauereibetrieb wurde eingestellt. Lange geschah nichts auf dem Gelände und die Natur holte sich es sich ein Stück weit zurück: Die Gebäude vermoderten und es entstand von selbst ein Feuchtbiotop.

Doch dann rollten die Bagger an. 1997 wurden neue Investitionspläne für „Sage­bräu“ vorgestellt. Der damalige Gemeindedirektor Kurt Murmann trieb das Vorhaben voran, denn „Anblick und Zustand der Brauerei stellten eine erhebliche Beeinträchtigung des Ortsbildes dar“, wie Murmann sagte. Der Bockhorner Gemeinderat hatte sich daraufhin entschieden, für das „Sagebräu“-Gebiet einen Bebauungsplan aufzustellen mit dem Namen „Alte Brauerei Kranenkamp“, wie es in einem Artikel des Gemeinnützigen vom 28. November 1997 heißt. Und so endete die lange Geschichte der Sagebräu-Brauerei endgültig.

Die Brauereiausstattung wurde weitestgehend verkauft. Die Gegenstände, die nicht verkauft wurden, sind heute noch in Jever zu besichtigen. Doch ab und zu taucht ein Relikt der vergangenen Zeiten auf, wie der Bierkrug, der es bis nach Frankfurt geschafft hat.

Soeke Heykes Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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