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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

„Kutschpferde leben gesund“

04.10.2019

Bockhorn Als Günter Schwengels noch ein Kind war, waren die schweren Kutschpferde vom Bauernhof der Familie gar nicht wegzudenken. „Mein Vater ist in den 60er Jahren schon morgens um halb sechs mit den Pferden losgezogen zum Grasmähen, dann gab es noch mal Futter für sie und dann ging’s weiter in den Wald zum Holzholen. Anschließend hat er mit den Pferden Holz zur Sägerei gebracht und am Nachmittag liefen die Pferde wieder vor der Mähmaschine.“ Dass die Tierschutzorganisation Peta Kutschefahren jetzt am liebsten verbieten will, regt den 71-Jährigen aus Bockhorn maßlos auf. „Das ist absoluter Mumpitz“, meint Schwengels. Fast täglich spannt er zusammen mit Margret Wilsenack die beiden Shetland-Ponys Hanno und Rocko vor die Kutsche und fährt mit ihnen durchs Dorf.

Die Tierrechtsorganisation Peta sieht ein hohes Risiko für Menschen und Tiere und setzt sich für ein Verbot von Pferdekutschen auf Straßen und Wegen ein. Pferde gehörten auf die grüne Wiese, aus Tierschutzgründen sollten Pferdekutschen auf Straßen und Wegen verboten werden.

„Pferde gehören auf die grüne Wiese? Das können auch nur Menschen sagen, die keine Ahnung von Pferden haben“, sagt Margret Wilsenack. „24 Stunden Weide machen die meisten Pferde kränker als zehn Stunden Arbeit am Tag“, sagt die 62-Jährige. Weil Pferde Steppentiere sind, sind sie von Natur aus Bewegungstiere: In freier Wildbahn legen sie am Tag 30 bis 40 Kilometer zurück, um zwischen dem kargem Steppengras ein paar saftige Halme zu finden. „So bekommen die Pferde wenig Futter, aber viel Bewegung. Wenn man sie aber einfach nur auf eine saftig grüne Wiese stellt und nicht bewegt, bekommen sie Wohlstandskrankheiten: Koliken, Ekzeme, Hufrehe, Lungen- und Stoffwechselerkrankungen.“ Günter Schwengels erinnert sich: „Unsere Arbeitspferde früher waren fast nie krank. Von 1954 bis 1982 war nur dreimal der Tierarzt da.“

Kutschfahrten zu verbieten, sei der völlig falsche Weg, meinen die beiden. Zumal Kutschefahren ein wichtiges Kulturgut sei, das es zu erhalten gelte. „Das Problem sind doch die Autofahrer, die oft gar nicht wissen, wie sie auf eine Kutsche auf der Straße reagieren sollen.“

Natürlich sei Kutschefahren nicht ungefährlich – deswegen sei es sehr wichtig, dass die Pferde und Kutscher gut ausgebildet und die Tiere straßensicher sind, sagt Margret Wilsenack. „Aber passieren kann doch immer was, beim Fahrradfahren auch. Soll man deswegen auch das Fahrradfahren verbieten?“

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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