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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Klinkerbaron vor 100 Jahren gestorben

28.09.2017

Bockhorn Er war Seemann, Landwirt und ein äußerst erfolgreicher Unternehmer, an den in Bockhorn eine Straße erinnert: Vor 100 Jahren, am 21. Oktober 1917, starb Christian Emil August Lauw, der ab 1855 ein kleines Imperium von Ziegeleien in der Friesischen Wehde und im Ammerland schuf.

Lauw wurde am 20. August 1826 in Rastede als Sohn des Amtshauptmanns Carl Lauw (1790-1867) und dessen Frau Anna (1796-1845) geboren. Er verließ das Oldenburger Gymnasium, um Seemann zu werden. Zunächst als Schiffsjunge, dann als Vollmatrose und (ab 1845) als Steuermann fuhr er zur See, ließ mit Unterstützung seiner Familie und Freunden ein Segelschiff bauen, eine Dreimastbark. Damit war er Kapitän auf seinem eigenen Schiff.

1851 lernte er auf einer Bauernhochzeit in Bockhorn seine spätere Frau Anna Mein­ahlers (1836-1898) kennen, eine Tochter des Hausmanns und Gastwirts Anton Meinahlers und dessen Frau Louise. Das Paar heiratete am 22. September 1854. Gemeinsam hatten sie zehn Kinder, acht Töchter und zwei Söhne. Danach ließ Lauw sich in Bockhorn nieder. Zunächst wohnte das Paar in Bockhorn im Kaperschen Haus zur Miete, später zog es in das elterliche Haus um.

Schon 1855 errichtete Lauw eine erste Ziegelei. Lauw erkannte das Potenzial des Baustoffs Klinker, der als Baumaterial für militärische Anlagen, für Gewerbebauten und für den Straßenbau eine große Bedeutung hatte. Und in der Friesischen Wehde und auch im Ammerland gab es den dafür notwendigen Rohstoff, Forst- und Wiesenlehm, aus dem sich die begehrten Hartklinker brennen ließen, sowie den Brennstoff Torf in ausreichender Menge.

Lauw reinvestierte den Gewinn aus dem ersten Ziegeleibetrieb in weitere Ziegeleien. Er erwarb Land, nötig für den Rohstoff Lehm (insgesamt 2000 Hektar umfasste sein Grundbesitz), und er ließ neue Ziegeleien bauen oder erwarb sie von Mitbewerbern.

Begünstigt durch den Straßenbau und die Errichtung des preußischen Marinehafens in Wilhelmshaven, nahmen die Ziegeleien von August Lauw einen gewaltigen Aufschwung. Er erkannte die mögliche Produktivitätssteigerung durch die Hoffmannschen Ringöfen, in denen wesentlich größere Mengen an Klinkern produziert werden konnten. 1869 errichtete er den ersten Ringofen in der Friesischen Wehde, nämlich in Bockhorn (der erste in der Region Varel/Friesische Wehde war zuvor in Büppel errichtet worden).

Im Jahr 1900 verpachtete August Lauw seine Ziegeleien in Bockhorn an seinen Sohn Carl und in Schweinebrück an seinen Schwiegersohn Wilhelm Röben, später übertrug er die Preußische Ziegelei in Bockhorn an seinen Sohn Carl, der kurz nach dem Vater, ebenfalls 1917, starb.

Nach August Lauws Tod ging die Ziegelei in Schweinebrück auf seine Tochter Anna Hedwig Hermine Röben (geb. Lauw) über. Der Standort besteht noch heute als Keimzelle der international aufgestellten Firma Röben Tonbaustoffe mit Werken in Deutschland, Polen und USA. Die Bockhorner Werke des Firmengründers wurden von Lauws Enkel August und Günter übernommen, die allerdings beide früh verstarben. Enkel August Lauw („der Flieger“) revolutionierte die Brenntechnik mit dem mit Kohle und Torf befeuerten Tunnelofen, in dem er Klinkerpressplatten herstellen ließ. Die Bockhorner Ziegeleien der Lauws produzierten bis in die 60er und frühen 70er Jahre.

Hans Begerow
Leitung
Politik/Region
Tel:
0441 9988 2091

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Röben Tonbaustoffe

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