• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Betten im Schullandheim bleiben leer

15.12.2017

Bohlenbergerfeld Kein Kinderlachen in den langen Fluren, die Federbetten in den Stockbetten sind unbezogen, im Speisesaal riecht es nicht nach Essen. Immer öfter ist das Schullandheim im Bohlenbergerfeld einfach leer. Weil die Übernachtungszahlen in den vergangenen Jahren stark gesunken sind, hat der Wilhelmshavener Verein „Schullandheim Voslapp“ jetzt schweren Herzens einen Beschluss gefasst: Die Herberge wird geschlossen. Für das kommende Jahr gibt es noch Reservierungen, aber Ende 2018 wird der Vereinsvorsitzende Frank Schmidt die Tür endgültig abschließen.

Warum schließt das Schullandheim?

Es gibt zwei Gründe: Zum einen ist es für den Verein immer schwieriger, Menschen zu finden, die aktiv im Vorstand mitarbeiten wollen. Das Problem haben viele Vereine. „Außerdem sinken unsere Übernachtungszahlen“, sagt der Vorsitzende Frank Schmidt aus Wilhelmshaven. „Wir brauchen 6000 Übernachtungen pro Jahr, um das Haus betreiben zu können. 2017 hatten wir noch knapp 4500 Übernachtungen. Damit kommen wir nicht weiter.“ Vor allem Schulklassen kommen immer seltener in das Schullandheim, sagt Schmidt. „Für 2018 haben wir bisher nur Wochenendbelegungen. So können wir das Haus nicht halten.“ Es gibt 58 Gästebetten, doch meist sind die Gruppen kleiner. Die Gruppe, die zuerst bucht, hat das Recht, das Haus für sich zu haben – das macht eine volle Belegung schwierig.

Warum kommen immer weniger Schulklassen?

„Ich denke, man muss einfach begreifen, dass das Schullandheim, so wie es heute ist, zu einfach ist. Ich war als Kind jedes Jahr fünf Tage hier mit der Voslapper Volksschule. Wir haben draußen gespielt und getobt. Wenn wir duschen wollten, was in den fünf Tagen nur einmal ging, dann mussten wir vorher Holz und Kiefernzapfen sammeln, damit der Hausmeister den Kessel anheizen kann. Und über die Gemeinschaftsduschen hat sich auch niemand beschwert.“ So war das, als Frank Schmidt noch Kind war. Heute ist es anders.

„Hier gibt es viele Möglichkeiten für die Lehrer, Aktionen und Ausflüge zu organisieren. Und wir helfen auch gerne dabei. Aber die Lehrer sind nun mal auch gefragt. Wir haben im Schullandheim zum Beispiel Material zur Waldbodenerforschung. Das liegt seit zwei Jahren unbenutzt im Schrank“, sagt Frank Schmidt.

Das Schullandheim ist vor allem für Grundschulklassen ausgelegt, sagt Schmidt. Doch in Grundschulen gebe es keine Pflicht, eine Klassenfahrt zu veranstalten und immer weniger Lehrer und Eltern haben offensichtlich Interesse daran, sagt Schmidt. Ältere Jahrgänge, also Klassen nach der Grundschule, hätten außerdem andere Ansprüche. „Da wird dann schon mal ein Segeltörn auf dem IJsselmeer unternommen“, sagt Schmidt. „Früher sollten Klassenausflüge auch günstig sein. Das scheint heute aber kein entscheidendes Kriterium mehr zu sein.“

Noch heute hat das Schullandheim Gemeinschaftsduschen – allerdings wird das Wasser natürlich nicht mehr mit Feuer erhitzt. „Trotzdem: Gemeinschaftsduschen scheinen nicht mehr zeitgemäß zu sein. Aber wir sind eben keine Jugendherberge, wir sind ein Schullandheim, das ganz anders organisiert und strukturiert ist.“

Was passiert mit dem Haus an der Grenzstraße?

„Ich will versuchen, eine Nachfolgeorganisation für das Haus zu finden. Ich will nicht einfach die Tür abschließen, sondern das Haus am liebsten an eine gemeinnützige Organisation übergeben, die es weiterführt und weiter nutzt“, sagt Schmidt. So laufen derzeit zum Beispiel Gespräche mit Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Jeder, der sich für das Haus interessiert, zu dem auch 1,7 Hektar Grundstück gehören, kann sich per Mail an frankschmidt_­­­­whv@web.de an Frank Schmidt wenden.

Sandra Binkenstein
Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2506

Weitere Nachrichten:

Volksschule | Jugendherberge

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.