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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Dieser Zaun rettet Krötenleben

27.02.2019

Bohlenbergerfeld Vor zehn Jahren fing Tierfreund Thomas Bahr an, Fröschen das Leben zu retten. Er hatte beobachtet, wie massenhaft Frösche, die in Erdlöchern im Fuhrenkamp überwintern, sich im Frühjahr auf den Weg zu ihren Laichgewässern auf der anderen Straßenseite machten. Zum Ende des Sommers wandern die Tiere zunächst vereinzelt über die Straße, um in dem Wald auf der gegenüberliegenden Seite zu überwintern. Im Gegensatz dazu wandern sie im Frühjahr in Massen zurück über die Straße. Und viele lassen dort ihr Leben.

„Wenn in der Dämmerung eine Masse von 300 bis 400 Kröten versucht, eine abends stärker genutzte Straße zu überqueren, kann es sehr schnell zum Unglück kommen“, sagt Thomas Bahr. Er erklärt, dass es sich hauptsächlich um Erdkröten und einige Grasfrösche handelt. „Manchmal ist auch ein Molch dabei.“ Mittlerweile ist Bahr Rentner und wird beim Aufbau des Zaunes von Helfern unterstützt. Mit dabei sind Radwanderweg-Betreuer der Gemeinde und Mitarbeiter der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Friesland. Am Dienstag wurde der Zaun mit einer Länge von rund 400 Metern an der Wehdestraße (K 102) in Bohlenbergerfeld errichtet.

Einige Tage zuvor hatten die Mitarbeiter des Bauhofs diesen Bereich gemulcht, so dass die Helfer den Zaun gut einige Zentimeter einbuddeln konnten, damit die Tiere kein Schlupfloch finden. „Im Abstand von zehn bis zwölf Metern werden Eimer in die Erde eingelassen, die Kröten werden von dem Zaun vor der Straße gestoppt und hüpfen dann direkt in die Eimer“, erklärt Ingo Logemann von der Naturschutzbehörde. Dann werden die Kröten täglich auf die gegenüberliegende Straßenseite getragen und freigelassen, damit sie weiter in ihr Laichgewässer gelangen.

Für Mäuse, die in die Behälter fallen, wird in jeden Eimer ein Ast zum Rausklettern gestellt. Außerdem gibt es im Eimerboden kleine Löcher, damit Regenwasser versickern kann. Im vergangenen Jahr konnte so eine sichere Straßenüberquerung für mehr als 800 Frösche ermöglicht werden, und ein Jahr zuvor sogar für mehr als 1000. „Wir hatten auch schon mal fast 1500 Tiere, mal sehen, wie es dieses Jahr wird und ob sich der heiße Sommer auf die Froschpopulation im Fuhrenkamp ausgewirkt hat“, sagt Tierfreund Thomas Bahr.

Im Bereich des Zaunes wurde die Geschwindigkeit für die Wehdestraße auf 50 Kilometer pro Stunde begrenzt. „Die Geschwindigkeitsbegrenzung bleibt bis zum Ende der Wanderung, und wann das ist, ist wetterabhängig“, so Thomas Bahr.

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