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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Bürger wollen Gebiet als Kulturlandschaft

14.02.2013

Zetel Es ist eine alte Pingo-Ruine, dessen ist sich Axel Heinze sicher – das Runde Moor in Zetel. Durch Zufall ist die Interessengemeinschaft Anlieger und Freunde des Runden Moores auf Heinze aufmerksam geworden und hatte ihn gebeten, sich das Gebiet im Ort Zetel anzuschauen. Die Gemeinde plant, dieses Gebiet zu bebauen (die NWZ  berichtete). „Als Baugrund ist es denkbar ungeeignet im zentralen Bereich“, sagte nun Heinze gegenüber der Interessengemeinschaft, die sich gegen die Bebauung ausspricht. Zudem bezeichnet er das Runde Moor als Stück Kulturlandschaft, als ein Stück Geschichte, das bei Bebauung nach seinen Angaben „plattgemacht werden würde.“

Wenig bekannt

Heinze ist Studienrat für Geografie und Mathematik am Niedersächsischen Internatsgymnasium Esens, Ostfriesland. Er beschäftigt sich bereits seit längerem mit dem Thema Pingo-Ruinen, bietet beispielsweise entsprechende Projekte an der Schule an. „Es ist kein lokales Thema. Pingo-Ruinen sitzen überall“, erklärt er. „Die meisten Menschen wissen jedoch nichts von Pingo-Ruinen. Es gibt wenig Literatur darüber.“

Heinze gehört zum Kreis norddeutscher Geologen und kennt darüber Menschen, die in dem Bereich arbeiten. Bereits im Juni 2011 hatte er eine Bohrung im Runden Moor, nördlich des zentralen Grabens, vorgenommen und daraufhin auf das Vorhandensein einer Pingo-Ruine geschlossen. „Es handelt sich um eine Pingo-Ruine der Weichseleiszeit, die im Anfangsstadium einen mehrfachen Wechsel von Gewässerphasen und Sandeinlagerungen erlebt hat. Relativ früh verlandet das Gewässer und wird die Mulde von einem Moor erfüllt. Der Flurname weist ebenfalls darauf hin. Das zentrale künstlich angelegte Gewässer könnte eine Flachsröste gewesen sein.“ So lautet seine Deutung.

Für Menschen war nach Ausführungen von Heinze ein derartiger Ort in früheren Jahren ein idealer Lagerplatz. „In Pingo-Ruinen gibt es sehr oft steinzeitliche Funde“, erläutert er. Auch im Runden Moor „müssen wir damit rechnen, dass alles mögliche Archäologische darin liegt.“ Zudem sind entsprechende Gebiete „kleine Moore, wir werden einige schützenswerte Pflanzen darin haben.“ Pingo-Ruinen können seinen Angaben nach außerdem als Archiv der Klimaentwicklung angesehen werden. „In dem Moment, in dem ausgebuddelt wird, geht dies kaputt“, meint Heinze.

Gebiet erhalten

Seine Empfehlung für das Runde Moor ist, das Gebiet als solches zu erhalten und künftig als Anschauungsobjekt zu nutzen, um das Thema Pingo beispielsweise in die Schulen zu bringen. Möglich wäre auch, die Wasserfläche in der Mitte im Winter als Eislauffläche zu nutzen. „Es war eine geschlossene Mulde, jetzt mit künstlichem Abfluss. Alles Regenwasser läuft in die Mulde, so stünde es von Natur aus jeden Winter unter Wasser.“

Die Interessengemeinschaft will nun dieses Wissen nutzen, um Institutionen wie beispielsweise die Oldenburgische Landschaft zu informieren. Vom 25. Februar bis zum 28. März dauert die Offenlegung der Planentwürfe für die Bebauung des Runden Moores und damit die Beteiligung der Behörden an, Einwände sind dann möglich. Das Runde Moor ist nach Aussagen von Imke Koring von der Interessengemeinschaft „die letzte schöne, große Lagune in Zetel – mit Moor, Schluff und Mudde.“

Anke Wöbken
Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2504

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