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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Blühstreifen ein toller Hingucker

16.08.2018

Cleverns Goldgelb leuchten die Sonnenblumen, Kornblumen, Phacelia und Mohn fügen blaue und rote Farbtupfer hinzu: 300 Meter lang und fünf Meter breit zieht sich das bunte Band entlang der L 810 in Schenum. Die farbenfrohe Blütenpracht ist mehr als eine Augenweide für die Auto- und Radfahrer, die zwischen Cleverns und Jever unterwegs sind.

Imker Renke Oltmanns und der Realverband, vormals Wegegenossenschaft Cleverns, wollen mit Anlage des Blühstreifens ein Zeichen gegen den Rückgang von Pflanzen- und Tierarten in Feld und Flur setzen.

Oltmanns hat die fünf Kilo Saatgut für die ca. 1800 Quadratmeter große Blühfläche selbst gezogen, mit der Hand eingesät und damit ca. 200 Euro Kosten gespart. Bei der Flächenbearbeitung halfen die Nachbarn Gärtnerei Ulferts und die Landwirte Janssen.

Blick auf die Pracht

Renke Oltmanns hat aber nicht nur den Blühstreifen angelegt, sondern auf der gegenüberliegenden Straßenseite auch noch eine Bank aufgestellt, von der viele Passanten die Blütenpracht bestaunen. Doch er beklagt, dass „Diebe“ sich an den Sonnenblumen bedienen und sogar frech werden, wenn er auf diesen Frevel hinweist.

Die Idee, einen Teil der Ausgleichsfläche mit einer Wildblumenwiese zu erweitern, animierte Cleverns Realverbandsvorsitzenden Helmut Jürgens dazu, dem nachzueifern – und sein Vorstand unterstützt ihn dabei. So wurde auf seinem Grundstück, das von Kabelverlegungsarbeiten zerwühlt war, eine zweite Blühwiese angelegt. Die ging aber wegen der Trockenheit nicht so an wie an der Schenumer Straße.

„Wir möchten unsere verbandseigenen Wegränder und geeignete Flächen in der Altgemeinde Cleverns-Sandel auch zum Blühen bringen“, erklärt Jürgens: „Dazu werden wir eine Mischung aus Wildkräutern und -blumen wählen, die bei fallenden Temperaturen keimen und bis zum Frühjahr den Boden gut bedecken.“ Das nützt Wildbienen, Hummeln, Schmetterlingen, Käfern und anderen Insekten, die dann im Frühjahr im Blühstreifen einen reich gedeckten Tisch finden.

„Wo Insekten verhungern, wird auch für Insektenfresser wie Vögel und Fledermäuse das Überleben schwer“, weiß die Arbeitsgruppe, die sich am Wochenende an der Schenumer Straße traf. Auch die Aufzucht von Jungvögeln leide unter dem Nahrungsmangel. „Besonders betroffen vom Insektensterben sind Vögel der Feldflur wie Wiesen-Pieper, Feldlerche, auch Schwalben und Mauersegler“, sagt Jagdpächter Bernd Melchers.

Blühstreifen, die die Speisekammer der Natur wieder füllen, sind das Ziel des Realverbands, der sich damit außerhalb der Unterhaltung seiner verbandseigenen Wege bewegt. Von den Blütensäumen am Wegesrand profitieren die Insekten noch auf andere Weise: „Sie können hier im Winter ihre Eier ablegen, die Raupen an den Stengeln überwintern“, erklärt Jürgens.

Deckung für Niederwild

Für Niederwild wie Hase und Fasan sind die Feldraine Zufluchtsorte vor Fressfeinden; sie finden dort Deckung, wenn die Felder abgeerntet sind. Der Realverband hat weitere Blühstreifen-Flächen im Blick – und vielleicht findet er auch noch Unterstützer, der ihn mit Saatgut versorgt, hoffen die Mitglieder.

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